Presseartikel  
   
10. März 2005 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Herford, Nr. 58/2005


Engagement für die Wehrkirche
Ein Neu-Hiddenhauser macht sich für St. Ulricus Börninghausen stark


Hiddenhausen. Ein Hiddenhauser setzt sich für die Erhaltung einer der ältesten und reizvollsten Kirchen im Wiehengebirgsland ein, die Wehrkirche zu Börninghausen in Pr. Oldendorf. Das kleine Gotteshaus droht einzustürzen. Der Kirchenkreis hat kein Geld. So ist die Bürgerschaft gefordert. Kurt Vieselmeier ist mit dabei.

Bedrohtes Schmuckstück: Die Wehrkirche Börninghausen ist eines der ältesten Gotteshäuser des Wiehengebirgslands. Sie muss dringend saniert werden - auch mit Hilfe aus Hiddenhausen. "Diese Kirche ist Teil meiner Heimat" berichtet der Beamte in Diensten der Gewerbeaufsicht. Auch wenn er längst nicht mehr in Börninghausen lebt, bleibt er der Wehrkirche mit ihren romanischen Ursprüngen und barocken Ausschmückungen verbunden. So war er auch mit dabei, als sich letzte Woche im Beisein von 120 Bürgern der "Verein zur Erhaltung der St. Ulricus-Kirche" gründete. "Wir wollen insgesamt 500 Mitglieder gewinnen", gibt er das Ziel an. "Schon jetzt haben wir eine ganze Reihe von Freunden auch aus dem Kreis Herford". Auch Pr. Oldendorfs Bürgermeisterin Anke Korsmeier-Pawlitzky engagiert sich.    

Der Tag der Vereinsgründung sei "für die Kirchengemeinde ein historisches Datum", sagte Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann. Ohne bürgerschaftliches Engagement sei die Kirche dem Verfall preis gegeben. "Mit der Gründung lenken wir das Geschick unserer Kirche in die richtige Richtung." Geplant werden die Arbeiten von dem Braunschweiger Architekten Bernd Brüggemann.  

Der Förderverein bedient sich - natürlich - auch der Möglichkeiten des Internet. Auf einer eigenen Homepage wird über das Projekt berichtet und Mitgliederwerbung betrieben. Webmaster ist - Kurt Vieselmeier.

Derzeit ist das Gotteshaus eingerüstet. Das einsturzgefährdete Gewölbe wird saniert. 185.000 Euro kostet dieser Bauabschnitt - 13.000 Euro müssen noch durch Spenden aufgebracht werden. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann der Turm saniert werden - für 60.000 Euro. Würden alle erforderlichen Bauarbeiten erledigt und an Firmen vergeben, übersteigt diese Summe nach Einschätzung des Architekten schnell eine halbe Million Euro, hieß es auf der Gründungsversammlung des Kirchbauvereins. Zuschüsse für solche Vorhaben gibt es aus Sicht des Pfarrers nicht mehr, Architekt Brüggemann ist da allerdings optimistischer. Er setzt auf die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Auch eine weitere Zahlung von der Bezirksregierung sei nicht ausgeschlossen. 

St. Ulricus zu Börninghausen entstand bald nach dem Jahr 1,000; Wehrturm und Chor sind romanisch; das Mittelschiff wurde nach einem Brand im 15. Jahrhundert gotisch wieder aufgebaut. Teile der Ausstattung wie Orgel, Taufbrunnen und Kanzel haben ihren Ursprung im 17. Jahrhundert.
(von Hartmut Braun)