Presseartikel  
14/15. Februar 2004 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 38/2004

Warten auf die Sanierung
Ist die Statik nicht mehr sicher, droht der Börninghauser Ulricus-Kirche die Schließung


Pr. Oldendorf - Börninghausen (-sl-). Ein schneller Beginn der Sanierung der Börninghauser Ulricus-Kirche ist nicht in Sicht. Mittel aus der Denkmalpflege stehen derzeit nicht zur Verfügung. Von den Ergebnissen einer neuen Untersuchung hängt ab, ob das mittelalterliche Gotteshaus nicht sogar geschlossen werden muss.   
Sanierungsfall: Ein Notgerüst stützt das Gewölbe im Westteil des Kirchenraumes. Die Schäden an dem gut 500 Jahre alten Mauerwerk sind in den vergangenen Monaten noch schlimmer geworden.
Im April 2002 hatte der vom Landeskirchlichen Baureferat in Bielefeld eingesetzte Braunschweiger Architekt Bernd Brüggemann ein ausführliches Schadensgutachten zur St. Ulricus-Kirche vorgelegt. Brüggemann hatte die Ulricus-Kirche als ein Kleinod bezeichnet, das unbedingt erhalten und an die nachfolgenden Generationen weiter gegeben werden müsse.

Die aus dem 15. Jahrhundert stammenden Gewölbe des Langhauses seine allerdings bedrohlich abgesackt und erheblich gerissen. An diesem Zustand hat sich nichts zum Positiven geändert. Die Risse seien im westlichen Bereich des Langhauses noch größer geworden, betonte PfarrerSammeln: In das Lebkuchenmodell von St. Ulricus können nach Angaben von Pfarrer Beckmann ab sofort Spenden gesteckt werden. Friedrich-Wilhelm Beckmann gegenüber der NW.  Architekt Bernd Brüggemann habe die Kirche im Dezember vergangenen Jahres noch einmal untersucht, und diesem Gutachten kommt eine große Bedeutung zu. Sollte Brüggemann anhand der Messungen zu dem Ergebnis kommen, dass die Statik nicht mehr gewährleistet ist, müsste das mittelalterliche Gotteshaus für Besucher geschlossen werden.

Im Inneren der Kirche verhindert ein Notgerüst ein noch schnelleres und stärkeres Absacken der Gewölbe. Die historische Empore ist deswegen schon nicht mehr zu nutzen - und mit diesem Zustand müssen die Börninghauser nach jetzigem Stand der Dinge noch länger leben. Pfarrer Beckmann scheint nicht mehr damit zu rechnen, dass die Sanierung noch in diesem Jahr beginnt. Kackpunkt ist nach wie vor die Finanzierung. Rund 700.000 Euro würden alle anstehenden Maßnahmen in der mittelalterlichen Wehrkirche kosten. Davon entfallen allein 500.000 Euro auf den ersten Bauabschnitt, in dem das Gemäuer gesichert werden soll. Die Börninghauser erwarten zwar rund 150.000 Euro aus Mitteln des Denkmalschutzes, doch gibt es nach Angaben Beckmanns dafür noch keine festen Zusagen der Münsteraner Behörde. Für 2004 sei hier angesichts der leeren Kassen wohl leider auch nichts mehr zu erwarten. Beckmann: "Wenn es nichts mehr zu verteilen gibt ..."
Bedeutend: Die auch kunsthistorisch bedeutenden mittelalterlichen Fresken müssen nur gereinigt werden.
Mit Hinweis auf die Kassenlage hatte auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für 2004 keinen Zuschuss geben können. Der Finanzierungsplan dürfte also weiter für Diskussionen zwischen Kirchengemeinde und den Gremien des Kirchenkreises sorgen.

Die Gemeinde bekomme immer wieder Spenden, und auch das Kochbuch verkaufe sich gut. Eine Sanierung übersteige aber die finanziellen Möglichkeiten der Kirchengemeinde im Eggetal, so Beckmann. Für das Pressbyterium stelle sich deshalb nach zwei Jahren fruchtloser Verhandlungen die Frage, ob man ein historisches Bauwerk wie die Ulricus-Kirche angesichts der Finanzlage verfallen lassen dürfe. In den Reihen der Kirchengemeinde hat Beckmann vor allem eines festgestellt: Die Gläubigen im Eggetal warten, das es endlich losgeht.