Presseartikel  
17./18. Mai 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 114/2007


Aus Briefen an die Redaktion
»Ein seltsamer Widerspruch«

Zum Thema »Kirchenrenovierung und Erhaltung der Empore in St.Ulricus«:

»Der Presse habe ich entnommen, dass der Antrag der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Börninghausen zum Einbau einer sinnvollen, neugestalteten Empore vom Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Pr. Oldendorf abgelehnt wurde. Nach meinen Informationen befürwortet sowohl die Oberste Denkmalbehörde des Landesdenkmalamtes in Münster wie auch das Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld den Einbau der Empore, wie ihn der Architekt vorgeschlagen und das Presbyterium einstimmig beschlossen hat.

Welche stichhaltigen Argumente dagegen hat der Denkmalausschuss der Stadt? Nach dem fast einstimmigen Beschluss des Denkmalausschusses liegt für mich die Frage nahe: Hat hier wirklich ein "Fachausschuss" entschieden oder geht es um eine persönliche Entscheidung gegen Pastor Beckmann und das Börninghauser Presbyterium?

Die Äußerungen, die der Vorsitzende des Kirchbauvereins, der gleichzeitig in Gremien der Stadt sitzt, in öffentlicher Sitzung gegen das Presbyterium und gegen den leitenden Architekten gemacht hat, stehen für mich in einem seltsame Widerspruch zum Vorsitz im Verein zur Erhaltung der St.-Ulricus-Kirche. Da ich schon seit Jahren die St. Ulricus-Kirche als Ort würdiger Liturgie und als Hort geistlicher Ökumene schätze, war es für mich von Anfang an klar, dass ich die Erhaltung dieser wertvollen Kirche finanziell unterstützen möchte. So bin ich gleich nach Vereinsgründung Mitglied im Kirchbauverein geworden und habe die Renovierung durch gelegentliche Kollekten unserer Gemeinde unterstützt.

Auf Dauer kann ich nicht einem Verein angehören, dessen Vorsitzender sich so gegen den Pfarrer und das Presbyterium stellt.«

CHRISTIAN RASCH, PFARRER
32051 HERFORD

Hinweis: Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder.

Drei Fragen an . . .
Uwe Ramsberg (Vereinsvorsitzender)

Uwe RamsbergSeit Wochen schwelt im Eggetal die Auseinandersetzung um den Erhalt oder eine Veränderung der Emporen in der St. Ulricus-Kirche. Mit dem Vorsitzenden des Kirchbauvereins, Uwe Ramsberg, sprach WB-Redakteur Wilfried Mattner:

Wie bewerten Sie die jüngsten Äußerungen für eine Emporenveränderung?

Uwe Ramsberg: Ich wäre froh gewesen, wenn mich ein Leserbriefschreiber angesprochen und gefragt hätte, wie es zu der Entscheidung in dieser Sache gekommen ist.

Wie bewerten Sie die Tatsache, dass sich momentan ausschließlich Befürworter des Emporenumbaus äußern?

Uwe Ramsberg: Ich habe großes Verständnis dafür, dass Menschen sich für Veränderungen dieses Teils der Kirche aussprechen. Sie müssen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass sich der überwiegende Teil der Gemeinde aus der kirchlichen Arbeit im Eggetal verabschiedet hat. Viele Menschen besuchen mittlerweile Gottesdienste in auswärtigen Gemeinden.

Sind die Äußerungen für den Emporenumbau für Sie Anlass, nochmals über den Erhaltungsbeschluss nachzudenken?

Uwe Ramsberg: Nein. Wir werden im Kirchbauverein über die weiteren Arbeiten sprechen, wenn uns das Presbyterium konkrete Vorgaben dafür macht. Aber seit es andere Meinungen zum Thema Emporen gibt, wird der Verein zu Sitzungen nicht mehr eingeladen.