Presseartikel  
23. Mai 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 118/2007


Leserbrief
»Noch mit dem Rücktritt warten?«

Zum Streit um die Erhaltung der Empore in der St. Ulricus-Kirche in Börninghausen (Lk vom 17. Mai):

»Sehr geehrter Herr Ramsberg!

Es ist eine ziemliche Überschätzung Ihrerseits, wenn Sie meinen, es wäre besser gewesen, wenn ich als Leserbriefschreiber Sie vorher angesprochen hätte. Wie es zu der Entscheidung der Ablehnung im Denkmalausschuss der Stadt Pr. Oldendorf gekommen ist, begründen Sie in Ihrer Darstellung in der Zeitung allerdings nicht.

Ist es nicht eine üble Verkehrung der Tatsachen, wenn Sie behaupten, dass sich »der überwiegende Teil der Gemeinde« aus der kirchlichen Arbeit im Eggetal verabschiedet hat? Wer besucht denn regelmäßig die Gottesdienste in auswärtigen Gemeinden? Sie müssten fairerweise auch hinzufügen, dass fast in jedem Gottesdienst in Börninghausen auch Gemeindeglieder von außerhalb vertreten sind. Im Übrigen: Einen kompetenteren Liturgen und engagierteren Prediger als Pfarrer Beckmann wird man so schnell nicht finden. Wenn Sie zu den regelmäßigen Kirchgängern gehörten und Ihnen die Sache des Glaubens und der Kirche wirklich ernst wäre, könnte ich mir vorstellen, dass Ihr Verhalten dem Pfarrer und dem Presbyterium gegenüber anders aussähe.

Nach der geltenden Satzung des Kirchbauvereins, die auch dem Internet zu entnehmen ist, ist das Ziel des Vereins, bei der Beschaffung der Finanzen für die Erhaltung von St. Ulricus behilflich zu sein. Sie haben im Kirchbauverein überhaupt nicht die weiteren Arbeiten der Renovierung zu beraten. Das steht allein dem Presbyterium zu. In der Satzung § 2, Absatz 3 heißt es: »Der Verein ist in jeder Beziehung neutral.« Wie lässt sich damit Ihr Verhalten auf der letzten Mitgliederversammlung am 19. Februar, wo Sie den leitenden Architekten beschimpft haben, und bei der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 23. April in Pr. Oldendorf, wo Sie zudem noch das Presbyterium an den Pranger gestellt haben sowie Ihr bisheriges Verhalten in Presse und Öffentlichkeit vereinbaren? Als Mitglied des Kirchbauvereins frage ich Sie: Nachdem bereits sechs Vorstandsmitglieder sich öffentlich in der Presse von Ihren unhaltbaren Äußerungen distanziert haben, wollen Sie mit Ihrem Rücktritt als Vereinsvorsitzender wirklich noch bis zu nächsten Hauptversammlung warten?«

OLIVER PETERS, PFARRER
33104 PADERBORN

Hinweis: Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder.