Presseartikel  
26. Juli 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 171/2007


Altarraum in St. Ulricus bleibt weiter tabu

Aber Sanierungsstopp teilweise aufgehoben

Börninghausen (wm). Die gestoppten Sanierungsarbeiten in der St. Ulricus-Kirche können wieder aufgenommen werden. Allerdings in deutlich abgeschwächter Form.


Das ist das Ergebnis des Gespräches, zu dem sich gestern Vertreter von Landeskirche, Kreiskirchenamt, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, der Stadt Pr. Oldendorf und beteiligte Handwerker trafen, um nach dem kurzfristig ausgesprochenen Baustopp über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Beigeordneter Herbert Weingärtner, als Leiter des Dezernates II auch verantwortlich für den Bereich Bauen/Ordnung, hatte den Sanierungsstopp verfügt, nachdem Teile der Betonplatte aus dem Altarraum der Kirche entfernt worden waren (die LÜBBECKER KREISZEITUNG berichtete exklusiv). Der Grund: Für die Entfernung von Plattenteilen gibt es bislang keine denkmalrechtliche Erlaubnis der Stadt als untere Denkmalbehörde.

Weiter gearbeitet werden darf im Kirchenschiff und im Turmbereich; tabu bleibt der Altarraum, bis Dr. Otfried Ellger, Bodenarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, den jetzt offen liegenden Bodenbereich im Altarraum in Augenschein genommen hat. Das wird jedoch frühestens nach dem 6. August geschehen. Denn bis dahin befindet sich der Experte im Urlaub.

Veranlasst worden sei der Abbruch der Betonplatte vom Dipl.-Ing. Hartmut Krome vom Landeskirchlichen Baureferat in Bielefeld, sagte Weingärtner im Anschluss an die Besprechung. Als Begründung habe er angegeben, dass sich bei den Vorbereitungsarbeiten für die Verlegung der Fußboden-Temperierung eine Nutzung der Platte als nicht machbar erwiesen habe; außerdem sei die Platte kein Denkmal. »Das ist unstrittig. Dennoch hätte wegen der darunter zu vermutenden Bodendenkmäler zunächst die Erlaubnis zum Abbruch eingeholt werden müssen«, betonte der Beigeordnete. Diese Meinung habe auch Dr. Barbara Pankoke, beim Landschaftsverband zuständig für Denkmalpflege, vertreten. Krome habe jedoch in seinem Vorgehen keinen Fehler gesehen. Die Verzögerung bei der Sanierung habe die Kirche selbst verschuldet. Erst am 14. August wird der Hauptausschuss als Denkmalausschuss über die die nachträgliche Erlaubnis zum Abbruch der Betonplatte entscheiden.