Presseartikel  
15. August 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 171/2007


Vorerst keine Kirchheizung
Genehmigung vertagt

Pr. Oldendorf (ee). Aus dem von der Kirchengemeinde Börninghausen ins Auge gefassten Termin, Erntedank wieder in St. Ulricus zu feiern, wird wohl nichts. Gestern versagte die Stadt ihre denkmalrechtliche Erlaubnis für den Einbau der neuen Heizungsanlage: weil wichtige Stellungnahmen ausstehen, wurde der Beschluss vertagt. Somit kann die Fußbodenheizung auch noch nicht eingebaut werden.


Die Entscheidung traf der zuständige Haupt- und Finanzausschuss einstimmung. Zum einen will man abwarten, bis der Abschlussbericht von Bodenarchäologe Dr. Otfried Elger vorliegt. Zum anderen forderte der Ausschuss von der Kirchengemeinde Börninghausen eine schriftliche Stellungnahme an, wie der Aufgang zum Turm erfolgen soll und ob besondere Gründungsarbeiten für ein Fundament für das Aufstellen der Empore auf der Fußbodenheizung notwendig sind. Auch wartet die Stadt noch auf ein Antwortschreiben des Denkmalpflegeamtes Münster, in dem es um die umstrittene Empore und deren Standort geht.

Hintergrund der Vertagung sind die Geschehnisse während der Sanierungsarbeiten in der Kirche (wir berichteten exklusiv am 24. Juli). Bekanntlich hatte die Stadt einen Baustopp verfügt, weil Abbrucharbeiten ohne Zustimmung der Stadt erfolgt waren. Dazu gab es gestern nicht nur eine klärende Schilderung des Sachverhalts durch Beigeordneten Herbert Weingärtner, sondern auch deutliche Worte aus den Ausschussreihen. Nach Ansicht von Uwe Ramsberg (SPD) sei in Börninghausen die »archäologische Kirchengeschichte mit Füßen getreten worden«, man habe sich über Absprachen hinweggesetzt, »ohne Rücksicht auf Zuständigkeiten«. Die Entfernung der Bodenplatte im Altarraum »war nicht rechtens«, kritisierte CDU-Fraktionschef Ernst-August Schrewe. Zudem habe der um die Kirche unerwartet aufgestellte Bauzaun Misstrauen ausgelöst: »Man sollte wohl nicht sehen, was dort passiert.« Die Stadt als Denkmalbehörde habe jedoch ein Recht auf Antworten.

Ähnlich äußerte sich auch Stadtheimatpfleger Dieter Besserer: »Die neue Empore ist das Beerdigungsprojekt für die alte. Die Kirche beansprucht für sich ein Sonderrecht, das geht nicht!«.