Presseartikel  
15. August 2007 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 188/2007

„Geschichte der Kirche mit Füßen getreten“
Hauptausschuss vertagt Beschluss zu St. Ulricus

Pr. Oldendorf (tir). Eigentlich wollte die Kirchengemeinde Börninghausen Erntedank schon wieder in der St.-Ulricus-Kirche begehen. Doch der Hauptausschuss hat gestern Abend erst einmal den Beschluss zum denkmalgerechten Einbau einer Heizungsanlage vertagt.

Das Gremium will nicht eher beschließen, bevor sich die Kirchengemeinde nicht schriftlich geäußert hat, wie sie bei der Sanierung mit den Fundamenten für die Empore und dem Aufgang zum Turm vorzugehen gedenkt.

Eigentlich war der Beschluss zur Heizung von der Verwaltung Anfang Juli schon positiv formuliert worden – vorausgesetzt, das Flexen an der Bodenplatte im Chorraum erfolge behutsam, um die Wandmalereien nicht zu gefährden. Doch nachdem die Betonplatte zwischenzeitlich – ohne Wissen der Stadt als untere Denkmalbehörde – bei den Bauarbeiten entfernt wurde, sieht alles anders aus. Beigeordneter Herbert Weingärtner hat Ende Juli die Sanierungsarbeiten im Chorraum gestoppt (die NW berichtete) und bis dato steht auch noch eine Stellungnahme des Archäologen des Landschaftsverbandes aus.

SPD-Ratsherr Uwe Ramsberg, gleichzeitig Vorsitzender des Kirchbauvereins: „Hier ist die archäologische Kirchengeschichte mit Füßen getreten worden.“ Veranlasst hat das Entfernen der Bodenplatte das Baudezernat des Landeskirchenamtes.

Nach wie vor schwelt auch der Streit zum Wiedereinbau der Empore zwischen Stadt und Kirchengemeinde. Das Presbyterium möchte eine größere anstelle der bisherigen beiden kleinen Emporen. Das hatte Stadtheimatpfleger Dieter Besserer als nicht denkmalgerecht heftig kritisiert.