Presseartikel  
23. August 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 195/2007


Heizung darf in Kirche eingebaut werden
Aber Auflage und Rüffel des Stadtrates

Pr. Oldendorf (wm). Der Rat der Stadt Pr. Oldendorf hat gestern bei zweimal Nein und einer Enthaltung in Reihen der FWG der Kirchengemeinde Börninghausen die denkmalrechtliche Erlaubnis zur Erneuerung der Heizung in der St. Ulricus-Kirche auf der Grundlage vorliegender Planung erteilt. Außerdem wurde ihr zur Auflage gemacht, zum Schutz der historischen Ausstattung einen mobilen Befeuchter einzusetzen. Dabei folgte der Rat nahezu einstimmig einem von Uwe Ramsberg (SPD) vorgelegten Beschlussvorschlag.


Die Formulierungen lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig - und so ist fraglich, ob der allgemein geäußerte Wunsch, endlich Ruhe in den Sanierungsstreit zu bekommen, in Erfüllung geht. Horst Röscher (FWG) jedenfalls betonte, dass er »Schuldzuweisungen an die Kirchengemeinde nicht mit trägt«.

Beschlossen wurde weiter, dass die Temperierheizung so gebaut wird, »dass die Empore in der Form wieder eingebaut werden kann, wie sie vor der Renovierung bestanden hat«. Es wird festgestellt, »dass die Kirchengemeinde Börninghausen gegen das NRW-Denkmalgesetz verstoßen hat, als die Betonplatte im Chorraum entgegen der Absprachen widerrechtlich entfernt wurde«. Dadurch sei ein nicht wieder gut zu machender archäologischer Schaden entstanden. Dieser Verstoß stelle eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit mit zu 250 000 Euro Geldbuße belegt werden könne. »Die Verhängung der Geldbuße obliegt der unteren Denkmalbehörde. Der Kirchengemeinde Börninghausen ist deutlich zu machen, dass bei einem weiteren Verstoß gegen das Denkmalrecht oder denkmalrechtliche Auflagen mit weiteren drastischen Geldbußen zu rechnen ist«.