Presseartikel  
11. September 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 211/2007


Der Altar darf jetzt abgesenkt werden
Versagensverfügung im Emporenstreit

Die Sanierungsarbeiten in St. Ulricus gehen voran. Im Kirchenschiff und im Turmbereich sind die Bodenplatten gegossen; vorbereitet ist dafür ist jetzt auch der Altarraum. Foto: Wilfried Mattner Pr. Oldendorf (wm). Der Haupt- und Finanzausschuss hat gestern Abend einen Dringlichkeitsbeschluss genehmigt, mit dem die denkmalrechtliche Erlaubnis für das Tiefersetzen des Altars in der St. Ulricus-Kirche im Zuge der laufenden Sanierung erteilt worden war.


Das Gremium stellte ausdrücklich fest, dass dieser erneute Eingriff in das Bodendenkmal eine Folge der ungenehmigten Abgrabungen im Chorbereich sei (die LK berichtete mehrfach). Weil durch diesen Eingriff Tatsachen geschaffen worden seien, die nicht mehr veränderbar seien, hat der Ausschuss nun das Tiefersetzen des Altars erlaubt.

Danach darf der Altar bis auf maximal 15 Zentimeter unter die Oberkante des alten Estrichs abgesenkt werden. Dies hatte Dr. Otfried Ellger vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege für vertretbar gehalten. Der Wiederaufbau muss nach dem gestrigen Beschluss an »genau derselben Stelle, in absolut gleicher Größe und unter Wiederverwendung der bisherigen Steine und der Mensa erfolgen, so dass die Mensa dann eine Höhe von etwa 94 Zentimeter über dem Fertigfußboden der Altarstufe hat«. Am Erscheinungsbild der Sakristei sollen keine Änderungen vorgenommen werden. Die Arbeiten sind im Detail mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege abzustimmen.

Uwe Ramsberg (SPD) erinnerte an Aussagen des Kirchenarchitekten aus dem Frühjahr 2005, in denen dieser von »völliger Umgestaltung der Kirche innen und außen« gesprochen habe. »Vor diesem Hintergrund war diese erhebliche Tieferlegung schon damals absehbar«, sagte Ramsberg. Jetzt könne man die Fakten nur noch per Beschluss bestätigen. Ernst-August Schrewe (CDU) betonte, dass man nun Widerrechtlichkeit sanktionieren müsse, ob man wolle oder nicht. Stadtheimatpfleger Dieter Besserer mahnte, »angesichts der Geschehnisse seit 2005 die jetzt anstehenden Arbeiten sehr sorgfältig zu überwachen.

Beigeordneter Herbert Weingärtner erklärte mit Blick auf den Streit um die Erhaltung der Nordempore: »Wir werden auf der Grundlage bestehender Beschlüsse jetzt eine Versagensverfügung erlassen.« Damit solle verhindert werden, dass die Nordempore aufgegeben und Holzteile in die Westempore eingebaut würden (Bericht folgt).