Presseartikel  
04. März 2008 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 54/2008

 
»Das Kleinod im Eggetal erhalten«
Verunsicherung bei Mitgliedern des Kirchbauvereins Börninghausen

Börninghausen (sg). Während der Jahreshauptversammlung des Kirchbauvereins Börninghausen (siehe LK von gestern), hatte es der neu gewählte Vorsitzende Reinhard Finke nicht gerade leicht, die Wogen zu glätten.


Trotz der Versicherung und des Wunsches, mit der neuen Vorstandsriege einen Neubeginn zu starten und ohne »Altlasten« den Blick in die Zukunft zu werfen, war die Verunsicherung der Mitglieder deutlich zu spüren. Zuvor hatte es beim Jahresbericht des ehemaligen Vorsitzenden Uwe Ramsberg massive verbale Auseinandersetzungen und Schuldzuweisungen in Sachen Denkmalschutz gegeben.

Vorsitzender Reinhard Finke und seine Stellvertreterin Maritta von Haugwitz haben ein nicht leichtes »Vereinserbe« angetreten. Foto: Gruhn Finke bat darum, »zur Stange zu halten. Die Arbeit, die wir leisten, ist wirklich wichtig«. Auch nach Abschluss der laufenden Renovierungsarbeiten sei Engagement notwendig. »Wir müssen auch in Zukunft die Kosten mit absichern. Denken Sie bitte an die Kirche. Es ist unsere Kirche, ein Schmuckstück, und wir müssen stolz darauf sein, dass wir dieses Kleinod hier im Eggetal haben«, betonte Finke. Maritta von Haugwitz, neue zweite Vorsitzende, warf ein, dass es mit gutem Willen und Menschlichkeit möglich sein sollte, verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen.

Reinhard Finke erklärte noch einmal, weshalb es wichtig sei, sich mit dem Presbyterium zusammen zu setzen: »Der Verein muss wissen, wofür das Geld benötigt und wo es eingesetzt wird. Und das bestimmt die Mehrheit des Presbyteriums.« Natürlich dürfe jeder Mensch seine Meinung haben, aber dem Verein als Institution stehe dies nicht zu. Dieter Besserer verwies in diesem Zusammenhang auf die Vereinssatzung.

Und der ehemalige Vorsitzende, Uwe Ramsberg. vertrat noch einmal seinen Standpunkt hinsichtlich seiner Einmischung: »Wenn die Vertreter der Landeskirche hier empfehlen, die Empore herauszureißen, dann habe ich auch als Vorsitzender meine Meinung zu sagen und zu vertreten.« Er hätte sich an vielen Stellen gewünscht, die anwesenden Vertreter des Presbyteriums hätten »in dasselbe Horn gestoßen«.

Christian-Georg von Haugwitz fand lobende Worte: »Ich habe die Arbeit von Uwe Ramsberg und wie er sich hier eingebracht hat, sehr wohl geschätzt.« Allerdings lasse es der Denkmalschutz durchaus zu, bauliche Veränderungen zu unternehmen, sofern sie zeitgemäßen Charakter entsprächen: »Auf der alten Nordempore konnte man weder sitzen noch stehen, geschweige denn singen.« Weiter gab von Haugwitz zu bedenken, dass auch in der Vergangenheit bauliche Maßnahmen zu Verbesserungen geführt hätten: »Wenn die damals den gleichen Eiertanz aufgeführt hätten . . . Das ist doch einfach lächerlich und unglaublich kleinkariert, dass dagegen immer noch gewettert wird.«
Wie emotional die Angelegenheit sich teilweise darstellt, machte Waltraud Ewert vom Presbyterium deutlich: »Wir sind immer mit Elan dabei gewesen. Doch wenn man laufend unterdrückt, kritisiert und gedemütigt wird, hat es auch einmal ein Ende.«

Ortspfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann berichtete darüber, dass die bisher mit 35 000 Euro kalkulierten Reparaturkosten der Orgel mit wohl 12 000 Euro deutlich billiger ausfallen werde. Beckmann dankte abschließend allen: »Jeder hat auf seine Art und Weise sein Interesse an der Erhaltung der Kirche bekundet.«