Presseartikel  
28. April 2008 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 99/2008

Feierliche Einweihung: Der Festgottesdienst anläßlich der Wiedereröffnung von St.Ulricus lockte weit mehr Gläubige nach Börninghausen, als die prachtvoll renovierte Kirche fassen konnte. Die Predigt wurde daher über eine Leinwand in den großen Saal des Albert-Schweitzer-Haus übertragen. FOTOS: TYLER LARKIN

Neuer Glanz nach 800 Jahren
St. Ulricus Kirche renoviert und wieder eröffnet / Hoher Besuch von Bischof und Superintendent
VON TYLER LARKIN


Pr. Oldendorf-Börninghausen. Die äußeren Umstände für die Wiedereröffnung der St. Ulricus Kirche können kaum besser sein. Bei sommerlichen Temperaturen und kaum einer Wolke am Himmel sind so viele Besucher zur feierlichen Einweihung gekommen, dass manche nur noch vor der Kirche einen Platz finden und den Festgottesdienst über Lautsprecher verfolgen.

Selbst das gegenüber der Kirche liegende Albert-Schweitzer-Haus war mit Gläubigen aus Nah und Fern gefüllt. Die Predigt von Gemeindepfarrer Friedrich-Wilhelm Beckmann wurde auf eine Leinwand in den großes Saal übertragen, der die letzten drei Jahre als Ausweichquartier für die Gottesdienste diente. Manch Errungenschaft der modernen Technik kann eben auch einer Jahrtausende alten Institution zu Gute kommen.

 Superintendent Dr. Rolf Becker und Bischof Dr. Max-Georg Freiherr von Twickel. Friedrich-Wilhelm Beckmann hatte die Predigt besonders herbei gesehnt, denn die umfangreiche Renovierung von St. Ulricus war nicht immer harmonisch abgelaufen. Aber die Gemeinde hatte zusammen gehalten und mit einer Summe von 635.000 Euro Renovierungskosten ein wahres Wunder vollbracht. „Ohne die rund 40 ehrenamtlichen Gemeindemitglieder, die regelmäßig ihre Arbeitskraft einbringen, wäre das keinesfalls möglich gewesen“, sagt Pfarrer Beckmann. Für diese treuen Helfer ist schon ein Dankeschön-Fest mit Essen geplant.

Aus seiner Freude über die abgeschlossenen Arbeiten machte er bei seiner Predigt von der neu platzierten Kanzel aus keinen Hehl. „Dass unsere Kirche ein besonderes Kleinod in Ostwestfalen und darüber hinaus ist, haben wir des Öfteren aus berufenen Munde bestätigt bekommen. Und es ist unter rein ästhetischen Gesichtspunkten eine Freude, in diesem herrlichen Raum mit seiner neu erstrahlenden Schönheit zu verweilen“.


Festlicher Rahmen; viel Prominenz: Ortspfarrer Friedrich-Wilhelm Beckmann (l. Mitte) begrüßte bei der Wiedereröffnung der St. Ulricus Kirche neben Bürgermeisterin Anke Korsmeier-Pawlitzky und Landrat Dr. Ralf Niermann auch den Superintendenten des Kreises Minden-Lübbecke Dr. Rolf Becker (unten, l.) und Bischof Dr. Max-Georg Freiherr von Twickel (unten, r.). Der war eigens aus Salzbergen bei Rheine angereist.

Festlicher Rahmen; viel Prominenz: Ortspfarrer Friedrich-Wilhelm Beckmann (l. Mitte) begrüßte bei der Wiedereröffnung der St. Ulricus Kirche neben Bürgermeisterin Anke Korsmeier-Pawlitzky und Landrat Dr. Ralf Niermann auch den Superintendenten des Kreises Minden-Lübbecke Dr. Rolf Becker (unten, l.) und Bischof Dr. Max-Georg Freiherr von Twickel (unten, r.). Der war eigens aus Salzbergen bei Rheine angereist.

Während der Renovierungsarbeiten war das Landesdenkmalamt Münster über ein Jahr mit archäologischen Ausgrabungen beschäftigt. „Diese Untersuchungen haben so manches zutage gefördert. Neben Gräbern, alten Münzen und Tonscherben aus verschiedenen Zeiten wurde anhand eines sehr alten Grundmauerbestandes auch festgestellt, dass innerhalb unserer Kirche eine noch viel kleinere Kirche gestanden hat. Diese hatte eine romanische Flachdecke aus Holz und stand schon vor dem Jahr 1000 hier. Diese Stätte ist reich an Geschichte“, sagte Beckmann.

Zum Abschluss richtete er einen Appel an die Anwesenden. „Beten wir, dass immer mehr Menschen in unserer ganzen Kirchengemeinde – und alle, die in diesem Tal des Wiehengebirges einkehren – den Reichtum und die Schätze unserer Kirche erkennen. So sollen sie zur Fülle und Freude unseres Glaubens geführt werden“.