Presseartikel  
21. Oktober 2008 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 246/2008

Musikprofessor lockt den Kuckuck aus der Börninghauser Orgel
Benefizkonzert für die Renovierungskosten der St.-Ulricus-Kirche
Von Jost Straube


Börninghausen (WB). Mit »I Cornetti Pomerani«, einem Ensemble aus Greifswald in Vorpommern, haben drei hochkarätige Musiker am Samstag in der Börninghauser St.-Ulricus-Kirche eine beeindruckende »Visitenkarte« abgegeben.

Das Trio hat sich auf die Aufführung von Musik aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert spezialisiert. Fast 100 Besucher waren zum Konzert in die frisch renovierte St.-Ulricus-Kirche gekommen, um mit ihrem Eintrittsgeld einen Beitrag zu den Kosten der Kirchensanierung zu leisten. Das Ensemble entführte die Zuhörer mit äußerster Präzision in der romantisch erleuchteten Kirche musikalisch in das 17. Jahrhundert.

Der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der St.-Ulricus-Kirche in Börninghausen, Reinhard Finke, begrüßte die zahlreichen Gäste und freute sich auf dieses erste Benefizkonzert. Der Weg zum Gotteshaus müsse noch gepflastert werden, sagte Finke. Dazu fehle noch Geld. »I Cornetti Pomerani« verzichtete zugunsten der Kirchenkasse auf eine Gage. Stücke von italienischen und norddeutschen Komponisten wie Johann Vierdanck, Girolamo Frescobaldi und Paul Siefert, von Beate Bugenhagen, Immanuel Musäus und Matthias Schneider wohlklingend auf ihren Instrumenten dargeboten, fanden Maritta von Haugwitz, 2. Vorsitzende im Kirchbauverein (Rechts) bedankte sich bei den Greifswalder Musikern, von Links; Matthias Schneider, Beate Bugenhagen und Immanuel Musäus. Foto: Jost Straube beim Publikum Gefallen. Und dass klassische Musik auch humorvoll sein kann, bewies Matthias Schneider, als er im Capriccio sopra il Cucu von Johann Kasper Kerll sozusagen den Kuckuck aus der Börninghauser Orgel lockte. Professor Dr. phil. Schneider lobte, dass sich die Orgel sehr angenehm spielen lasse und für die klassischen Stücke des 17. Jahrhunderts hervorragend geeignet sei. Auch seine Musiker-Kollegen Beate Bugenhagen und Dr. Immanuel Musäus, die das historische Instrument Zink (Cornett) bliesen, waren begeistert von der Akustik in der kleinen, schmucken Kirche im Eggetal.

Maritta von Haugwitz, zweite Vorsitzende im Kirchbauverein, bedankte sich mit Blumen bei den Künstlern und meinte, dass jeder, der dieses Konzert nicht gehört hatte, etwas verpasst habe. Und der Beifall des Publikums gab ihr Recht. Den Kontakt zu den Greifswalder Künstlern hat die Börninghauserin Cornelia Müller hergestellt. Sie hat ihre frühere Kollegin von der Universität Münster, Sibille Schneider, als Mitglied im Kirchbauverein gewinnen können. Und deren Bruder ist Matthias Schneider, Professor für Kirchenmusik und Dekan an der Universität Greifswald.

Presbyterium und Vorstand des Kirchbauvereins sind sich einig, dass es weitere Benefizkonzerte geben soll. So wird noch Geld benötigt für den Einbau der historischen Westempore und Kirchenunterhaltung.