Presseartikel  
16. September 2009 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 215/2009

Kirche ist wieder Schmuckstück im Tal
Gemeindefest in Börninghausen mit Einweihung des Kirchplatzes - Tag des offenen Denkmals
Von Cornelia Müller

Börninghausen (WB). Es gibt etwas zu feiern im Eggetal: Fast fünf Jahre ist es her, dass mit den ersten Sanierungsarbeiten an der Börninghauser St.-Ulricus-Kirche begonnen werden konnte. Heute ist die Renovierung der Kirche bis auf den Einbau der Empore fast abgeschlossen, und auch die Arbeiten auf dem Außengelände sind zum großen Teil getan. Die feierliche Einweihung des neu gepflasterten Kirchhofs fand am Sonntag im Rahmen eines großen Gemeindefestes statt.

Auch Julia, Luisa-Marie und Lara Maria (von links) absolvieren gut gelaunt den Spieleparcurs. Besonders angetan hat es dem Mädchen die Negerkuss-Wurfmaschine.
Auch Julia, Luisa-Marie und Lara Maria (von links) absolvieren gut gelaunt den Spieleparcurs. Besonders angetan hat es dem Mädchen die Negerkuss-Wurfmaschine.

Pastor Friedrich Wilhelm Beckmann (im Vordergrund, Dritter von links) führt durch die renovierte St.-Ulricus-Kirche. »Wir sind dankbar, dass Kirchhof und Kirche endlich wieder das Schmuckstück unseres Ortes sind«, sagte Pastor Friedrich Wilhelm Beckmann. Ausdrücklich lobte er die vielen freiwilligen Helfer für ihren »beispielhaften Einsatz für das Gemeinwohl. Ich weiß den Einsatz eines jeden anzuerkennen, und den Dank möchte ich heute einmal ganz offiziell aussprechen.« Unter dem Beifall der Gemeinde verlas er daraufhin eine Liste aller Ehrenamtlichen, die beim Anstrich der Kirche, bei den Erdarbeiten und Pflasterarbeiten auf dem Kirchhof und nicht zuletzt bei der Bewirtung der Helfer tatkräftig geholfen und mitangepackt hatten.

Gar nicht mehr feierlich, sondern fröhlich und locker ging es anschließend beim Gemeindefest rund um das Albert-Schweitzer-Haus zu, obwohl der Regen dem bunten Programm immer wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Die Kinder konnten sich beim Ponyreiten, Kinderschminken und bei einem Spieleparcours vergnügen, außerdem lockten Stockbrotbacken und eine Planwagenfahrt mit dem Lanz »Bulldog«.

Die Diakoniestation Preußisch Oldendorf war mit einem Infostand vertreten und bot Blutdruckmessen zum Nulltarif an. Der Kirchenchor Bad Holzhausen/Börninghausen und der Posaunenchor übernahmen die musikalische Unterhaltung und erfreuten die Zuhörer mit eingängigen Melodien. Auch für eine Stärkung der Besucher war mit Bratwurst, Bier vom Fass und Kaffee und Kuchen bestens gesorgt. So war an Naschkatzen wie auch Freunde des herzhaften Essens gedacht.

Der Chor der Kirchengemeinden Bad Holzhausen und Börninghausen gestaltet den Nachmittag im Gemeindehaus. Am Tag des offenen Denkmals gab es natürlich auch die Gelegenheit, in aller Ruhe die frisch renovierte St.-Ulricus-Kirche zu besichtigen. Die St.-Ulricus-Kirche, deren Anfänge bis ins elfte Jahrhundert zurückgehen, gehört zu den ältesten Sakralbauten in Ostwestfalen. Wehrturm und Chorraum sind im romanischen Stil erbaut. Bemerkenswert sind vor allem die alten Fresken im Chorraum (15. Jahrhundert), die reich verzierte Kanzel mit dem Schutzengelmotiv (1632) und das barocke Orgelgehäuse - die Jahreszahl 1661 und die Initialen F.W.C.Z.B. verweisen auf die Stiftung durch »Friedrich Wilhelm Churfürst Zu Brandenburg«.

Wer an einer Kirchenführung durch Pastor Beckmann teilnahm, erfuhr nicht nur viele interessante Details, sondern konnte auch den historischen Abendmahlskelch begutachten, den ein Gemeindemitglied im Jahr 1650, zwei Jahre nach dem Ende des 30-jährigen Krieges, gestiftet hatte.

Auch auswärtige Gäste zeigten sich angetan von der Anlage mit der Kirche und dem Kirchhof: »Das ist wirklich schön geworden«, urteilte Ulrich Menzel aus Spenge, und seine Ehefrau Christina ergänzte: »Eine kleine, aber feine Kirche. Man fühlt sich hier willkommen.« Die St.-Ulricus-Kirche ist täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.