Presseartikel  
12. April 2011 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 86/2011

Bravourös: Schön und Obermeier
Konzert zur Passionszeit in St. Ulricus gut besucht / Erlös für die Erhaltung der Kirche
VON IMME LOREK


Pr. Oldendorf-Börninghausen. In den Genuss eines besinnlichen Abends voller geistlicher Musik aus unterschiedlichen Stilepochen kamen Zuhörer der gut besuchten St. Ulricus-Kirche in Börninghausen vergangenes Wochenende. Als Passionskonzert rankten sich die Texte überwiegend um das Leiden und Sterben Jesu, aber auch um die Hoffnung, die Gläubige in die Erlösung und die Auferstehung nach dem Tod setzen.

Die beiden Solisten verstanden es, die verhaltene Stimmung der Passionszeit in den ausgewählten Werken einzufangen. Simon Obermeier, in der Region als Organist und Pianist bereits bekannt, wies in seinem ausdrucksstarken Spiel eine für sein Alter erstaunliche musikalische Reife auf. Er hat bereits etliche Gottesdienste in Börninghausen mitgestaltet: „Wenn es sich im Dorf herumspricht, dass Simon spielt, so erhöht das die Besucherzahl in der Kirche“, bemerkte die zweite Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der St. Ulricus-Kirche, Maritta von Haugwitz, bei ihrer Begrüßung.

Auch der gestandene Tenor Andreas Schön, der sein Publikum mit seiner weichen, doch tragenden Stimme in außergewöhnliche musikalische Welten entführte, war in Börninghausen kein Unbekannter. Während im ersten Teil des Konzerts ausschließlich Barockkomponisten zu hören waren, erklangen im zweiten Teil Werke der Romantik und der Moderne. Johann Sebastian Bach (1685-1750) als bedeutendstem Komponisten des Barock wurde der ihm gebührende Raum gewidmet, in der Eingangsmusik „Präludium und Fuge g-Moll“ für Orgel sowie in den drei bekannten Schemelli-Liedern. Die berühmte Kantate „Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir“ trug Andreas Schön, dessen warmer Tenor sich angenehm an die Ohren der Zuhörer schmiegte, klar und schnörkellos vor. Weitere bedeutende Komponisten, wie Georg Friedrich Händel und Heinrich Schütz mit drei geistlichen Liedern, teilweise auf Lateinisch gesungen, rundeten das Barockprogramm ab. Die vertonte Passionsgeschichte aus Händels „Messias“ nahm das Publikum mit seiner Dramatik völlig gefangen. Eindrucksvoll und glaubhaft stellte Andreas Schön den Jesus dar, der in völliger Einsamkeit und ohne Trost stirbt. In der „Brockes Passion“, ebenfalls von Händel, lag der Fokus auf dem Apostel Petrus, der Jesus vor seiner Sterbestunde dreimal verleugnet. Der zweite Teil des Konzerts begann mit sphärischen, dissonanten Orgelklängen des tschechischen Komponisten Petr Eben, gefolgt von Antonin Dvo¹áks „Biblischen Liedern“, in denen der berühmte Psalm 23 „Er ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln.“ vertont wird. Den bekannten Choral „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ des angeblich schwer spielbaren Komponisten Max Reger meisterte Simon Obermeier bravourös. Passagen aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Paulus-Oratorium“ und das inbrünstig gesungene „Vaterunser“ des romantischen Komponisten Karl August Krebs bildeten den Abschluss des Abends.

Den Erlös des Konzerts hat der Veranstalter, der Verein zur Erhaltung der St. Ulricus-Kirche Börninghausen, für die Renovierung der Orgel und der Empore vorgesehen..

Eingespieltes Duo: Tenor Andreas Schön (links) und Organist Simon Obermeier, hier auf der Orgelempore, gestalteten ein besinnliches Konzert zur Passionszeit in der St. Ulricus-Kirche in Börninghausen.  

Eingespieltes Duo: Tenor Andreas Schön (links) und Organist Simon Obermeier, hier auf der Orgelempore, gestalteten ein besinnliches Konzert zur Passionszeit in der St. Ulricus-Kirche in Börninghausen. FOTO: IMME LOREK.