Presseartikel  
15. März 2013 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 63/2013

„Abendglocken“ im Eggetal
Don Kosaken Chor Serge Jaroff zu Gast in St. Ulricus-Kirche / Kirchbauverein hatte eingeladen
VON SIGRID DITTMANN


Pr. Oldendorf (ditt). Der Don Kosaken Chor Serge Jaroff kam auf Einladung des Kirchbauvereines ins Eggetal. Die Sänger unter der Leitung von Wanja Hlibka hatten eine große Auswahl an russisch-orthodoxer sakraler Chorliteratur und russischen Volksweisen mitgebrach..

In der kleinen Kirche blieb kein Platz mehr frei. Einige Gäste konnten nur noch auf Stehplätze ausweichen. Ganz in schwarz gekleidet, mit polierten Stiefeln und rotem Koppelzeug traten die Don Kosaken im abgedunkelten Kirchenraum vor den sehr aufmerksamen Zuhörern auf. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, als ihr „Vater unser Gesang“ zu Beginn des Konzertes erklang. Ihre Stimmgewalt überzeugte sofort. Im Verlauf des Konzertes spannten sie einen weiten Bogen zwischen der mit melancholischer Intensität vorgetragenen russischer Sakralmusik und den in der zweiten Hälfte des Konzertes temperamentvoll klingenden, bekannten russischen Volksweisen. Schwermütige und melancholische Weisen wechselten ab mit stürmischen, munteren Klängen.

Nur mit ihren Stimmen gelang es den Sängern, ihre Zuhörer in die Welt des alten Russlands und in die melancholisch- stille Weite des Dons zu entführen. Mit ruhigen Bewegungen gab Wanja Hlibka den Takt vor und es war erstaunlich, dass es den Künstlern gelang, völlig ohne Bewegung ein so facettenreiches Konzert zu gestalten. Die Zuhörer konnten leicht jeder stimmlichen Bewegung folgen, ohne gestört zu werden. Die Sorge, etwas nicht zu hören oder zu sehen, war also völlig unbegründet
. Einige Solosänger glänzten im Konzert mit ihren gut ausgebildeten Stimmen, von Bass, Bariton bis Tenor präsentierten sie sich stimmsicher.

Als die weltbekannten „Abendglocken“ erklangen, lief manch einem Zuhörer ein wohliger Schauer über den Rücken. „Es sind so gewaltige Stimmen, bei manchen Liedern rollen einem die Tränen“, erzählte Zuhörerin Waltraud Ewert. Mit einem schnittigen Kosakenmarsch wechselte das Konzert nach der Pause in eine schwungvolle Stimmung. Selbst bei diesen Gesängen, kam der Chor völlig ohne Bewegung aus. Heißblütige russische Lieder, in denen volle Bässe und brillanter Diskant einander abwechseln, brachte der Chor zu Gehör. Der Gesang „Hell das Glöcklein“ – ergreifend vorgetragen – beendete das Konzert. Mit verdient großem Beifall und stehenden Ovationen entlockten die Zuhörer den Don Kosaken noch eine Zugabe.

Die hohen Erwartungen der Eggetaler wurden nicht enttäuscht. Ein großartiges Konzert, das den stürmischen Beifall verdiente!

Der Don Kosaken Chor Serge Jaroff brillierte ohne instrumentale Unterstützung.  
Einmaliges Klangerlebnis: Der Don Kosaken Chor Serge Jaroff brillierte ohne instrumentale Unterstützung. FOTO: SIGRID DITTMANN