Presseartikel  
12. Oktober 2011 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 237/2011

Viel Heiterkeit im Spiel
Bläserquintett „Brassmen“ bringt Kunst und Komik in die St. Ulricus Kirche nach Börninghausen
VON IMME LOREK


Pr. Oldendorf. Einen vielseitig musikalischen Abend auf hohem Niveau konnten Konzertbesucher in der leider nur mäßig besuchten St. Ulricus Kirche in Börninghausen miterleben. Komik und Musik querbeet war die Devise der fünf ungewöhnlichen Musiker der Gruppe „Brassmen“, die Heiterkeit in die Kirche brachte.

Nach Gauklerart: Die beiden Trompeter zogen tanzend und spielend durch die Reihen.
Nach Gauklerart: Die beiden Trompeter zogen tanzend und spielend durch die Reihen. FOTOS: IMME LOREK


So traten die Musiker zum Beispiel in knappen Ballettröckchen in Tschaikowskys Nussknackersuite oder im Westernlook in „Spiel mir das Lied vom Tod“ auf und verwendeten ihr Instrument nicht ausschließlich zum Spielen, sondern bei Ennio Morricone auch schon mal als Revolver. Witzig-freche Moderationen zwischen den einzelnen Darbietungen ließen zuweilen vergessen, dass man sich in einer Kirche aufhielt. Und ein zündender Schluss, der manchem Zuhörer vielleicht sogar einen leichten Schrecken einjagte, war die „Tuba in Flammen“ von Richard Meindl allemal.

Russisches Ballett: Die beiden Trompeter Johannes Langendorf und MarkusMotschenbacher tanzten als Ballerinas in 
    Tschaikowskys Nussknackersuite, sehr zur Belustigung des Publikums. Johannes Langendorf und Markus Motschenbacher an der Trompete tanzten nicht nur russisches Ballett, sondern zogen zur großen Belustigung des Publikums auch nach Gauklerart grimassenschneidend durch die Reihen. Micha Klappert am Waldhorn und Udo Kleinhenz an der Posaune vervollständigten das Quintett und erheiterten mit ihren typischen Kabbeleien unter Musikern. Angefangen mit klassischen Werken von Antonio Vivaldi und Carl Maria von Webers Ouvertüre zu „Der Freischütz“ bestachen die hochprofessionellen Bläser mit technischer Versiertheit und einer Klangvielfalt, die zuweilen ein ganzes Orchester ersetzte.

Bei Jaques Offenbachs Weltklassiker „Can Can“ klatschte das Publikum begeistert mit. Und spätestens bei „Puttin' on the Ritz“ kamen auch Jazzliebhaber auf ihre Kosten. Bei aller Komik schlugen die „brassmen“ auch ernste Töne an und verrieten in den christlichen Liedern, in denen es um die Tragkraft des Glaubens ging, ihre religiöse Ausrichtung. Sehr bewegend waren hier das innig vorgetragene „Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin“ oder Bachs „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, bei dem das Publikum andächtig innehielt. Der deutsche Schlager war mit einem raffinierten Udo-Jürgens-Medley vertreten. Die Sonne Spaniens wurde hingegen in einem spanischen Zigeunertanz aus „Carmen“ musikalisch konserviert, wie Moderator Langendorf scherzhaft einflocht. Das euphorische Publikum entlockte den Musikern etliche Zugaben. Mit einem Laternenlied verabschiedeten sich die Künstler mit einer fast kindlich anmutenden Naivität, als sie zum Schluss die Kerzen ausbliesen. Das Konzert wurde vom Kirchbauverein Börninghausen veranstaltet, wobei der Erlös für den Einbau der historischen Westempore bestimmt war..