Presseartikel  
10. Januar 2012 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 8/2012

Dienstältester Pfarrer verabschiedet sich
Friedrich W. Beckmann hört mit 65 Jahren auf


Pr. Oldendorf-Börninghausen (nw). Am 12. Januar vollendet Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann das 65. Lebensjahr. Aus dem Anlass ist am Sonntag, 15. Januar,um14.30 Uhr ein besonderer Dankgottesdienst in St. Ulricus, wozu die ganze Gemeinde
eingeladen ist.


Der Posaunenchor unter Henrik Menzel wirkt mit. Kantor und Organist ist Marko Weibels aus Haltern am See, der früher Kirchenmusiker in Börninghausen war. Friedrich Wilhelm Beckmann wurde 1947 in Versmold geboren. Seit dem 1. April 1974 ist er Pastor in Börninghausen und mit 38 Dienstjahren der dienstälteste Pfarrer in der Geschichte der Kirchengemeinde. Außerdem ist er der dienstälteste Pfarrer des gesamten Kirchenkreises Lübbecke.

Über das Eggetal hinaus bekannt: Pfarrer Friedrich Wilhlem Beckmann, der am Donnerstag seinen 65. Geburtstag feiert. (NW–ARCHIVFOTO: TYLER LARKIN) Foto rechts: Über das Eggetal hinaus bekannt:
Pfarrer Friedrich Wilhlem Beckmann, der am Donnerstag seinen 65. Geburtstag feiert.
NW–ARCHIVFOTO: TYLER LARKIN

Sein Dienst in Börninghausen endet offiziell am 29. Februar. Mit dem Tag tritt er vom Vorsitz im Presbyterium zurück, den ab 1. März Holger Petersmann übernimmt. Pfarrer Beckmann, der inzwischen nach Lübbecke verzogen ist, wird jedoch die Pfarrvakanz, die offizielle Zeit ohne Pfarrer, durch seine Dienste überbrücken. Er wird auch den Kirchlichen Unterricht fortführen und im Mai die Konfirmation halten.

Die Pfarrstelle in Börninghausen werde in jedem Fall wieder besetzt, wegen der rückläufigen Gemeindegliederzahl allerdings nur zu einem Dienstumfang von 75 Prozent und befristet auf sechs Jahre. Das Presbyterium werde demnächst den neuen Pfarrer wählen. Nach wie vor gelte ein Grundsatzbeschluss, nach dem die Eigenständigkeit der seit 1276 selbständigen Kirchengemeinde erhalten bleiben soll.

Pfarrer Beckmann hat in seiner langen Dienstzeit besondere Akzente gesetzt in den Bereichen Liturgie, Kirchenmusik und Ökumene. Er setzt sich leidenschaftlich für den vollständigen Gottesdienst mit Predigt und Altarsakrament an jedem Sonn- und Feiertag ein, wie es urchristlichem Brauch entspricht und seit über dreißig Jahren in Börninghausen üblich ist. Unter Pfarrer Beckmann sei die St. Ulricus Kirche, die täglich zur stillen Andacht und zur Besichtigung geöffnet ist, zu einem Ort geistlicher Ökumene geworden, der bei Bischöfen und Fachtheologen aller Konfessionen hoch geschätzt ist. Auch als plattdeutscher Prediger ist Beckmann bekannt. Der Seelsorger, der auch Philosophie und Kirchenmusik studiert hat, ließ 1993 fünf Glocken für St. Ulricus gießen und im Jahr 2000 die große ökumenische Erlöser- und Friedensglocke, die im Friedhofsturm läutet. Alle sechs Glocken sind durch Spenden finanziert worden, sogar auch der Friedhofsturm. Zur Finanzierung der umfassenden Kirchenrenovierung hat Beckmann die Anregung für einen Kirchbauverein gegeben, der 2005 gegründet wurde und gegenwärtig aus der Gemeinde und von außerhalb 470 Mitglieder hat. Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann: „Leider war mir in meiner aktiven Zeit als Pfarrer der Einbau der historischen Westempore von 1684 nicht mehr möglich. Aber wir haben dafür jetzt rund 25.000 Euro zusammen. In den nächsten Wochen dürfte der Kostendeckungs- und Finanzierungsplan in Zusammenarbeit mit dem Kreiskirchenamt in Lübbecke aufgestellt werden. Im September soll die Westempore, auf die unsere Chöre seit Jahren sehnlich warten, eingeweiht werden.“

Aber viel wichtiger als alle äußerlichen Baumaßnahmen sei das innere Wachstum der Kirche. „Dass die Kirche bei ihrer Sache bleibt, nämlich den Glauben an den dreieinigen Gott, wie er sich in der Heiligen Schrift offenbart hat, den Menschen von heute unverfälscht und ohne Verdünnung nahezubringen, so dass immer mehr Menschen spüren: Ohne den Glauben an Gott als Schöpfer, Erlöser und Tröster hat das Leben keinen Sinn. Ohne diese Überzeugung kann die Kirche nicht zu Einheit und Frieden finden. Aus der Kirche der vielen Gremien und Sitzungen muss wieder eine Kirche des Gebets und der Anbetung werden“, wünscht sich Beckmann.