Presseartikel  
04. März 2005 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 53/2005

Hoffen auf Hilfe durch Stiftung Denkmalschutz
RP Wiebe will Behördeneinfluss geltend machen


Börninghausen (wm). Geld bzw. einen Scheck hatte er erwartungsgemäß nicht dabei. Aber Regierungspräsident Andreas Wiebe sprach sich gestern bei seinem Besuch in Börninghausen dafür aus, trotz angespannter Finanzlage der öffentlichen Hand die Sanierung der St. Ulricus-Kirche zu unterstützen.

Zu Besuch im Sanierungsobjekt St. Ulricus-Kirche: v.l. Fachbereichsleiter Stefan Rother vom Bauamt der Stadt Pr. Oldendorf, Hauptdezernent Wolfgang Klemm, Karl-Heinz Haseloh, Regierungspräsident Andreas Wiebe, Gemeindepfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann und Stadtheimatpfleger Dieter Besserer.   Foto: MattnerBegleitet wurde Wiebe von seinem Hauptdezernenten, Wolfgang Klemm, der zuständig ist für Denkmalfragen und -förderung sowie vom SPD-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Haseloh. Gemeindepfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann, der über die Geschichte der uralten Kirche informierte, stellte mit Blick auf die enormen Sanierungskosten - zwischen 550 000 und mehr als 900 000 Euro - fest, dass weder von der Landeskirche noch von der Finanzgemeinschaft des Kirchenkreises Lübbecke über die bislang zugesagte Hilfe hinaus Geld zu erwarten sei.

Wiebe  wies im Angesicht der abgestützten Deckenkonstruktion in St. Ulricus auf die Finanzlage hin, die für Staat wie Kirche gleichermaßen schwierig sei. Eine Unterstützung der Kirchensanierung in Börninghausen sei aber dennoch besonders wichtig.  »Hier ist jeder einzelne Euro mehr wert. Denn er multipliziert sich durch das bürgerschaftliche Engagement zur Erhaltung der Kirche.« Was gerade durch die Gründung des Kirchbauvereins am Montag deutlich geworden sei.

Wiebe kündigte an, den »mittelbaren Einfluss« seiner Behörde auf die Deutsche Stiftung Denkmalschutz geltend zu machen, um nach Ablehnungen doch noch eine Förderung des Börninghauser Projektes zu erreichen. Die Chancen dafür stünden so schlecht gar nicht mehr, machte Wolfgang Klemm den Eggetalern Mut. Die Landesregierung wolle sich für eine Änderung des »Verteilungsschlüssels« einsetzen, nach dem NRW-Projekte bislang zu wenig bedacht wurden.

Auf Kritik stieß die Haltung der Kirche, sich aus dem Denkmalschutz zu  »verabschieden«. Haseloh unmissverständlich: »Mann muss ordnungspolitisch tätig werden, wenn die Kirche es ablehnt, Vermögen zu verkaufen, um die eigenen Dankmäler zu unterhalten". Wichtig sei insbesondere die Nachricht, dass man hoffnungsvoller auf die Stiftung Denkmalschutz blicken könne, hier müssen alle Beteiligten am Ball bleiben, um Zuschüsse zu ergattern.