Presseartikel  

28. Februar 2006 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 50/2006

Statik für lange Zeit gesichert
Börninghauser Kirchbauverein zieht Bilanz / Spenden übertreffen Erwartungen
VON JOERN SPREEN-LEDEBUR


Pr. Oldendorf-Börninghausen. Die Sanierung der mittelalterlichen St.-Ulricus-Kirche hat entscheidende Fortschritte gemacht. Nach der Sanierung der Gewölbe ist jetzt auch die Sanierung des Turmes abgeschlossen. „Die Statik ist für sehr lange Zeit gesichert“, freut sich Uwe Ramsberg, Vorsitzender des Börninghauser Kirchbauvereins. Positiv entwickelt hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder.

Der Geschichte auf der Spur: Bei der Absenkung des Fußbodens, die hier Bernd Brüggemann (l.) und Uwe Ramsberg in Augenschein nehmen, wurden auch einige Scherben gefunden.

Nach der Sanierung der Gewölbe ist jetzt auch an der Statik des Turmes gearbeitet worden. Diese Maßnahme sei inzwischen beendet, betonte Ramsberg. Die Turmsanierung kostete nach Angaben Ramsbergs 65.000 Euro. Hilfe leisteten dabei mit jeweils 20.000 Euro die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung „Kiba“. Sie stellt Geld für den Erhalt kirchlicher Bauten zur Verfügung. Weitere 10.000 Euro stellte die Detmolder Bezirksregierung aus Mitteln des Denkmalschutzes bereit.

Zunächst waren aus Detmold 20.000 Euro angedacht worden, aber diese Summe sei leider nicht in dieser Höhe geflossen, sagte Ramsberg. Der Kirchbauverein stellte aus seinen Mitteln 10.000 Euro zur Verfügung und auch die Stadt Pr. Oldendorf gab einen Zuschuss für die Sanierung der Statik von Gewölbe und Turm.

Derzeit wird in dem Börninghauser Gotteshaus der Fußboden herausgenommen und dabei engagieren sich nach Angaben Ramsbergs auch zahlreiche freiwillige Helfer. Diese Eigenleistung würden die Mitglieder erbringen, so lange das möglich sei. Kosten für Material wolle der Kirchbauverein übernehmen. Geplant ist, den Fußboden um rund 40 Zentimeter abzusenken. Der Verein hoffe, dass die Maßnahme in diesem Jahr abgeschlossen werden kann.

Ob das allerdings gelingt, ist noch nicht ganz klar. Anfang März wollen Vertreter des Landeskirchenamtes und der leitende Architekt Bernd Brüggemann (Braunschweig) darüber beraten, welches Heizungssystem die Ulricus-Kirche erhalten wird. „Wir können mit den Arbeiten am Fußboden nicht eher beginnen, bis wir wissen, welche Heizung kommt“, betonte Ramsberg. Danach richte sich ja auch der Unterbau des Bodens.

Zufrieden: Auch Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann freut sich über die positive Mitgliederentwicklung des Kirchbaufördervereins. Mehr als zufrieden sind Ramsberg und Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen des vor einem Jahr gegründeten Kirchbauvereins. Derzeit gehören dem Verein 431 Mitglieder an. „Inzwischen sind wir soweit, dass der überwiegende Teil aus dem Ort stammt.“ Das Werben für den Verein habe sich gelohnt.

Gespendet worden sind im vergangenen Jahr für die Kirchensanierung 7.920 Euro. „Das ist deutlich mehr, als wir erwartet hatten. An diese Höhe hatten wir im Traum nicht gedacht.“ Hinzu kommen die Mitgliedsbeiträge. Unter dem Strich hat der Verein im vergangenen Jahr 24.149 Euro eingenommen.


Ein Heiliger als Namenspatron

Die Börninghauser St.-Ulricus-Kirche gehört zu den ältesten Gotteshäusern im Lübecker Land und wurde Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet. Benannt ist die Kirche im Eggetal nach dem heiligen Ulrich. Der wurde 890 geboren und war von 923 bis zu seinem Tode am 4. Juli 973 Bischof von Augsburg. Als vorbildlicher Bischof und Kirchenlehrer, für dessen Leben Gottesliebe und Nächstenliebe bestimmend waren, ist er in die Geschichte eingegangen und als erster in der Kirchengeschichte in förmlicher Kanonisation 993 von Papst Johannes XV. heilig gesprochen worden.

Für die Sanierung der Ulricus-Kirche engagiert sich seit einem Jahr auch der Börninghauser Kirchbauverein. (-sl-)