Presseartikel  

19. November 2004 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt" Nr. 271/2004

Gemeinde putzt und züchtet Blumen selbst
Überall wird gespart- Gründung eines Kirchbauvereins


Börninghausen (WB). Im Anschluss an den Gottesdienst am Buß- und Bettag wurden bei einer Zusammenkunft im Albert-Schweitzer-Haus die Sparmaßnahmen der Kirchengemeinde und deren Umsetzung besprochen. Vor allen kirchlichen Gruppen und Kreisen erläuterte Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann eingangs die drastischen Maßnahmen, die sich aus dem neuen Finanzausgleichsgesetz der Landeskirche ergeben, das am 1. Januar in Kraft tritt. Auf allen nur möglichen Gebieten müsse gespart werden, um einen ausgeglichenen Haushalt für das neue Jahr zu bekommen.

Konkret wurde vereinbart, dass bei den Zusammenkünften von Albert-Schweitzer-Kreis (bisher Frauenhilfe und Altenclub), Frauenkreis und Handarbeitskreis einzelne Gruppenmitglieder selbst das Eindecken und Kaffeekochen übernehmen und so den Küsterbereich entlasten. Alle Kreise benutzen ab sofort den kleinstmöglichen Raum, um Heizkosten zu sparen. Auch wurden alle Gruppen angewiesen, nach den Veranstaltungen die Heizungen zu reduzieren.

Für den vermutlich längeren Zeitraum der Kirchenrenovierung muss der Saal im Albert-Schweitzer-Haus häufiger umgerüstet werden. Auch dafür wurden ehrenamtliche Einsätze abgesprochen, um die Küsterstelle zu entlasten. Die Gemeindejugend wird sich ebenfalls bemühen, soviel wie möglich in Eigenregie zu übernehmen. In bestimmten Abständen sollen größere Putzeinsätze im Albert-Schweitzer-Haus wie auch später in der Kirche erfolgen. Dazu gehören auch einmal jährlich eine Großreinigung mit dem Waschen der Gardinen wie auch mehrfach jährlich das Putzen der Fenster. Der Kirchenkaffee nach den Gottesdiensten im Albert-Schweitzer-Haus soll weiterhin ehrenamtlich wahrgenommen werden. Spenden von Kaffee und Keksen sind weiter willkommen. Die Pflege der Außenanlagen im Sommerhalbjahr muss demnächst organisiert werden. Auf jeden Fall wird es auch hier nicht ohne ehrenamtliche Einsätze gehen.

Im Jahr 2005 wird im Garten zwischen Gemeindehaus und Pfarrhaus ein Blumenbeet angelegt, so dass demnächst zu jeder Jahreszeit Blumen für Altarschmuck sowie für das Albert-Schweitzer-Haus zur Verfügung stehen. Blumenspenden aus eigenen Gärten wie auch Geldspenden für Blumenschmuck für festliche Anlässe sind nach wie vor willkommen.

Ab dem ersten Advent wird bei allen Gottesdiensten in der Friedhofskapelle anlässlich von Beerdigungen ein Dankopfer am Ausgang eingesammelt, das für die Kirchenrenovierung bestimmt ist.

Nach dem Weggang von Michael Koch als nebenamtlichem Kirchenmusiker der Gemeinde gibt es einige Veränderungen. Die Kirchenchormitglieder der Gemeinde haben sich dem Holzhauser Kirchenchor angeschlossen, deren Leiterin Bärbel Kuhlemann dankenswerterweise die Börninghauser aufgenommen hat. Die Organistendienste im Albert-Schweitzer-Haus, wo eine Behelfsorgel steht, werden bis auf weiteres vertretungsweise wahrgenommen. Um Kosten für Orgeldienste zu sparen, werden künftig nur noch zu den Festtagen und zu besonderen Gottesdiensten Organisten bestellt. Dankenswerterweise ist der Posaunenchor zu vermehrten Einsätzen bei Gottesdiensten bereit. Unverändert bleibt die ehrenamtliche Kindermusikarbeit mit Kinderchor und Flötenkindern.

Abschließend informierte Pfarrer Beckmann ausführlich über die Kirchenrenovierung. In diesen Tagen wird die St.-Ulricus-Kirche innen eingerüstet, während das Gerüst außen für das teilweise Abdecken des Daches schon steht, so dass von oben auch an den Gewölben gearbeitet werden kann. Beckmann dankte für die bisherigen Spenden für die Renovierung und wies darauf hin, dass weiterhin nicht mit Zuschüssen zu rechnen sei. Wenn die Kirche eine Heizung erhalten solle, brauche man jetzt noch mindestens 300 000 Euro an Spenden. Diese enorme Summe übersteige bei weitem die Möglichkeiten einer kleinen Landgemeinde wie Börninghausen. Aber einen Verfall der Kirche könne man nicht hinnehmen. Es seien alle Kräfte zu bündeln, um die Kirchenrenovierung zu einem guten Abschluss zu bringen. Am Montag, 28. Februar 2005, um 19.30 Uhr ist im Albert-Schweitzer-Haus die Gründungsversammlung für einen Kirchbauverein. Beckmann schloss seine Ausführungen mit eindringlichen Worten: »Ohne einen Kirchbauverein, in dem jede Familie des Eggetales, der die Kirche noch nicht gleichgültig ist, Mitglied wird, ist unsere wertvolle Kirche nicht zu retten. Es ist nicht fünf vor zwölf. Es ist drei vor zwölf!«