Presseartikel  
   
17. Januar 2005 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 13/2005

Kirche im metallenen Gewand
Die mittelalterliche St. Ulricus-Kirche in Börninghausen wird saniert


Pr. Oldendorf-Börninghausen (-sl-). Das Gotteshaus ist eingerüstet. Drinnen wie draußen. Die mittelalterliche St.-Ulricus-Kirche in Börninghausen wird saniert. Fachleute arbeiten derzeit daran, die Statik der Gewölbe wieder herzustellen. Dieser Bauabschnitt soll nach den vorliegenden Plänen sieben Monate dauern.

Handlungsbedarf: Im Inneren sützen Gerüste die Gewölbe. Die Statik des Jahrhunderte alten Mauerwerks muss wieder hergestellt werden und deshalb fügen Fachleute derzeit in das Mauerwerk Anker für die Gewölbe ein.

Fachleute hatten es schon seit geraumer Zeit gefordert, vor kurzem hat die Sanierung der Gewölbe von St. Ulricus endlich begonnen. An den Gewölben gebe es erhebliche Schäden, sagte Dieter Möllenberg von der Pr. Oldendorfer Firma Meyer. Die hat sich in Sachen Kirchenrestaurierungen einen Namen gemacht. Meyer arbeitete unter anderem an der Restaurierung der Stiftskirche in Levern und am Turm von St. Nicolai in Hamburg.

Im Gotteshaus im Eggetal haben die Fachleute allerhand zu tun. Das gilt auch für den so genannten Gurtbogen zwischen Kirchenschiff und Altarraum. Hier hätten sich Steine gelöst, weil zwischen ihnen die Verbindung gefehlt habe, sagte Möllenberg. Die Risse in den Gewölben seien nicht nur geblieben, sondern größer geworden.

Baugerüste verdecken dien Blick auf die mittelalterliche St.-Ulricus-Kirche. Derzeit werden Anker für die Gewölbe eingebaut. (Fotos: Jörn Spreen-Ledebur)

Von Außen werden derzeit Löcher in die Mauern der Kirche gebohrt, um den Einbau von Ankern vorzubereiten. Insgesamt werden sechs Anker gesetzt, so Möllenberg. Die dienten dazu, die Statik der Gewölbe wieder herzustellen.

Die Kosten für diesen auf sieben Monate angesetzten Arbeitsabschnitt hatte die Kirchengemeinde Börninghausen auf rund 180.000 Euro geschätzt. Die Finanzgemeinschaft des Kirchenkreises Lübbecke unterstützt die Sanierung mit rund 46.000 Euro. Einen Betrag in gleicher Höhe hat die Kirchengemeinde als so genanntes inneres Darlehn aufgenommen. Das Amt für Denkmalschutz hat 20.000 Euro bewilligt - die gesamte Summe, die im vergangenen Jahr für den Regierungsbezirk Detmold zur Verfügung stand. Dies sei dem besonderen Einsatz von Regierungspräsident Andreas Wiebe zu verdanken, hatte der Börninghauser Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann kürzlich betont. Mit Spenden unterstützen viele Bürgerinnen und Bürger nicht nur aus dem Eggetal die Arbeiten.

Am Montag, 28. Februar soll in Börninghausen ein Kirchbauverein gegründet werden. Die Versammlung beginnt um 19.30 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus. Während des Abends soll auch ein Vorstand gewählt werden. Mit Hilfe des Kirchbauvereins soll die Sanierung des Gotteshauses auch finanziell auf eine breitere Basis gestellt werden. Mitglied in diesem Verein kann nach Angaben der Kirchengemeinde jeder werden - unabhängig von Wohnort der Konfession. Nachfragen auch von Außerhalb habe es bereits gegeben, so die Kirchengemeinde. Die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger für die Börninghauser Kirche sei derzeit wegen der Spendenaktionen für Flutopfer zwar etwas rückläufig. "Es gehen aber wöchentlich Spenden ein".