Presseartikel  
01./02. November 2006 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 254/2006

Finanzhilfe von Stiftungen sehr willkommen
Neuer Fußboden aus Naturstein
Von Wilfried Mattner
Zum ersten Mal nach langer Zeit spielte am vergangenen Sonntag wieder der Posaunenchor in St. Ulricus, in der noch Ausgrabungen laufen.

  Zivildienstleistender Moritz Fehr (l.) und Dr. Otfried Ellger, Bodenarchäologe des Landeschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Börninghausen (WB). Auf mindestens 550 000 Euro waren die Kosten für die Sanierung der St. Ulricus-Kirche geschätzt worden, die 2004 begann. In Aussicht gestellte Spenden lassen die ev.-luth. Kirchengemeinde hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

Nach der statischen Sicherung des Gotteshauses begannen vor einem Jahr Ausgrabungen (die LK berichtete ausführlich), die demnächst enden. Dann könnte der Fußboden eingebaut werden, dessen Kosten mit rund 140 000 Euro veranschlagt sind. Dazu erwartet die Gemeinde nach Angaben von Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann hohe Spenden. So habe die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Sitz in Bonn bis zu 70 000 Euro in Aussicht gestellt, weitere 10 000 Euro würden von der Hannoveraner Stiftung Kiba, die insbesondere kirchliche Bauwerke fördert, erwartet. Derzeit verfüge die Gemeinde über rund 25 000 Euro Spenden; außerdem sei Eigenleistung im Wert von rund 12 000 Euro zugesagt.

Ende des Jahres, wenn die Stiftungen ihre Zuwendungen endgültig zugesagt hätten, werde ein Finanzplan aufgestellt, der dann vom Landeskirchenamt Bielefeld genehmigt werden müsse. Damit rechnet Beckmann Anfang 2007. Dann könnten die Ausschreibungen laufen und im März/April die Fußbodenarbeiten, der in Naturstein verlegt werden soll. Ob die Weihnachtsmesse 2007 schon in St. Ulricus gefeiert werden könne, hänge von den Handwerkern ab.
 
Unterschrift zum Foto: Zivildienstleistender Moritz Fehr (l.) und Dr. Otfried Ellger, Bodenarchäologe des Landeschaftsverbandes Westfalen-Lippe, vermessen Ausgrabungen in der St. Ulricus-Kirche, Ellger fertigt außerdem Zeichnungen und Schnitte von Fundstellen und Bodenformationen an. In einigen Monaten wird von dieser archäologischen Grabungsstätte nichts mehr zu sehen sein, wenn die St. Ulricus-Kirche einen neuen Fußboden erhält, der allerdings um einiges tiefer liegen wird als der alte. Zwischen den Profi-Archäologen und ihren Helfern aus Börninghausen ist im Laufe des Grabungsjahres eine nahezu freundschaftliche Verbindungen entstanden. Angedacht wurde bereits, sich auch nach Grabungsende einmal jährlich zu treffen. Fotos: Mattner

Aktuelles Stichwort: Sanierungskosten
Vor genau zwei Jahren wurde der letzte Gottesdienst vor Sanierungsbeginn in St. Ulricus gefeiert. 185 000 Euro kostete die Bausicherung der Kirche, 140 000 Euro sind für Fußboden und neue Heizung veranschlagt. Auf rund 50 000 Euro wurde die historische Ausmalung kalkuliert, und weitere 200 000 Euro dürften Elektrik und Außenplatzgestaltung verschlingen.