Presseartikel  

7. März 2005 - Wittlager Kreisblatt, Lokalausgabe der "Neue Osnabrücker Zeitung", Nr. 55/2005

Historischer Tag für die Gemeinde
90 Bürger sind dem Kirchbauverein beigetreten - Sanierung von St. Ulricus

Büscherheide / Börninghausen (sl)
Der Sanierungsbedarf ist groß, die Kassen leer. Hilfe bei der Renovierung der Börninghauser St.-Ulricus-Kirche will der Kirchbauverein leisten, und den haben die Bürgerinnen und Bürger am Montagabend aus der Taufe gehoben.


DIE GESCHICKE DES NEUEN kirchbauvereins lenkt der jetzt gewählte Vorstand. Dem Verein traten während der Gründungsversammlung 90 Bürgerinnen und Bürger bei. Foto: Spreen-Ledebur
Mit rund 120 Gästen war die Resonanz größer als erwartet, und bereits am Gründungsabend unterzeichneten rund 90 Menschen eine Mitgliedserklärung. Freuen wird das nicht nur Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann, sondern auch Uwe Ramsberg. Der wurde am Montagabend zum Vorsitzenden des Vereins zur Erhaltung der St.-Ulricus - Kirche Börninghausen gewählt. Ramsbergs Stellvertreterin wurde Bürgermeisterin Anke Korsmeier-Pawlitzky. Die Aufgaben des Geschäftsführers übernimmt Klaus Pfannenschmidt, Schatzmeisterin ist Elke Stiebitz, zu ihrem Stellvertreter wurde Kurt Vieselmeier gewählt. Als Beisitzer gehören Stadtheimatpfleger Dieter Besserer, Rüdiger Vortmeyer, Edith Wobig, Heike Kampeter und Doris Damielmeyer dem Vorstand an. Die Kasse wird von Karl-Heinz Stapel und Renate Finke geprüft.

Der Tag der Vereinsgründung sei "für die Kirchengemeinde ein historisches Datum", sagte Beckmann. "Mit der Gründung lenken wird das Geschick unserer Kirche in die richtige Richtung." Während der vergangenen dreieinhalb Jahre habe man einige bittere Erfahrungen machen müssen. "Wir hatten manchmal den Eindruck, wir würden hingehalten." Es habe im Kirchenkreis sogar die "törichte Aussage" gegeben, St. Ulricus einfach seinem Schicksal zu überlassen. Das sei ungeheuerlich, so Beckmann. Erst vor wenigen Tagen sei ein Antrag der Kirchengemeinde auf Veräußerung von Kirchenvermögen abgelehnt worden. Eine Alternative zum Kirchbauverein gibt es aus Sicht von Pfarrer Beckmann deshalb nicht. Er hoffe, dass der Verein zum Jahresende 500 Mitglieder zählen werde.

Derzeit laufe die Sanierung der Gewölbe und die seien sogar einsturzgefährdet gewesen. "Es ist fast ein Wunder, dass nichts passiert ist", betonte am Montagabend auch Architekt Bernd Brüggemann (Braunschweig). In einem Gewölbebereich sei jeder Stein locker gewesen; der Mörtel habe keine verbindende Funktion mehr gehabt. Das habe man so nicht erwartet. "Wir waren wirklich kurz davor, dass die Gewölbe runterkamen." Mit der jetzt laufenden Sanierung der Gewölbestatik helfe man der Ulricus-Kirche, zu überleben. Brüggemann erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass nicht die Schwingung der Glocken ursächlich für die statischen Probleme ist. Ursache dafür sei, dass die ursprünglich mit einer flachen Decke versehene Kirche im Jahr 1463 im Kirchenschiff eingewölbt worden war. Die Ansätze für die Gewölbe seien einfach in die Mauern gestemmt worden. "Da hat man mit viel Gottvertrauen gebaut." Nach Einschätzung Brüggemanns müsste nach der Sanierung der Gewölbe in einem zweiten Bauabschnitt der Turm saniert werden.

Hier drückt das Gewölbe des Treppenaufgangs einen Teil der Mauer nach außen. Die Kosten für den laufenden Bauabschnitt gaben Beckmann und Brüggemann mit 185.000 Euro an - durch Spenden müssen nach Angaben des Pfarrers noch knapp 13.000 Euro aufgebracht werden. Die Sanierung des Turms würde rund 60.000 Euro kosten.

Zuschüsse für solche Vorhaben gibt es aus Sicht des Pfarrers nicht mehr, Brüggemann war in diesem Punkt etwas optimistischer. Möglicherweise werde es doch Geld von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geben. Auch eine weitere Zahlung von der Bezirksregierung sei nicht ausgeschlossen.