Presseartikel  
8. Februar 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 33/2007


»Innenleben« erregt Gemüter«
Denkmalschutz beeinflusst St.-Ulricus-Sanierung stark - neuer Ortstermin

Pr. Oldendorf (wm). Nach Abschluss der Ausgrabungen in der St.-Ulricus-Kirche steht jetzt bekanntlich der Innenausbau an. Zuvor sind jedoch noch maßgebliche Entscheidungen zu treffen. In erster Linie geht es dabei um die Erteilung denkmalrechtlicher Erlaubnisse durch den Haupt- und Finanzausschuss. Die Parlamentarier werden sich in der Sitzung am Mittwoch, 14. Februar, allerdings mit teilweise anderen Sachverhalten beschäftigen müssen, als dies aus den bislang vorliegenden Beratungsunterlagen hervorgeht.

Vollbesetzte Empore in der St.-Ulricus-Kirche in Börninghausen: Im Zuge der Sanierungsarbeiten muss darüber entschieden werden, ob und wie sie wieder aufgebaut werden soll. Foto: WB

Denn das Presbyterium der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde hat nach einem Ortstermin am 23. Januar in seinem Treffen am 30. Januar Beschlüsse gefasst, die von vorher gehenden abweichen. Insbesondere geht es um die Fragen, um welches vertretbare Maß der Fußboden im Kirchenschiff abgesenkt werden kann, wo die Kanzel aufgestellt und in welcher Größe die Empore wieder aufgebaut werden soll. Kanzel- und Emporenfrage sollen bei einem weiteren Ortstermin am Aschermittwoch, 21. Februar, geklärt werden.

Denkmalschutz und Funktionalität sind bestimmend in der Frage der Empore. Zwar ist die Kirchengemeinde der Auffassung, dass der Kirchenraum in seiner ursprünglichen Architektur gewinnen würde, sollte man auf die Empore verzichten. Doch gehöre die Brüstung aus 1684 zur Kirchengeschichte und müsse deshalb in jedem Fall Verwendung finden. Außerdem brauche man Sitzgelegenheiten, um Platzverlust durch die Neugestaltung des Chorraumes und neue Heizelemente auszugleichen.

Es ist also nicht davon auszugehen, dass die erste Absicht, nur noch die Nordempore aufzustellen und auf die Westempore zu verzichten, umgesetzt wird. Dagegen läuft auch Stadtheimatpfleger Dieter Besserer Sturm. »Die Empore muss so aufgebaut werden, wie sie war«, fordert er. Bislang habe ihm noch niemand plausibel machen können, warum eine Veränderung notwendig sei.

Besserer ist auch ein scharfer Gegner einer Absenkung des Kirchen-Außenniveaus um 50 Zentimeter. Das bedeute eine »Störung der Totenruhe« des bis 1807 als Friedhof genutzten Außenbereiches. Er hat der Stadt empfohlen, dieses Vorhaben baurechtlich zu regeln.

Der Haupt- und Finanzausschusses tagt am 14. Februar ab 17 Uhr im Rathaussaal.