Presseartikel  
11. Januar 2007 - Lübbecker Kreiszeitung, Lokalausgabe des "Westfalen-Blatt", Nr. 9/2007


Das größte Geschenk zum Geburtstag
Stiftung hilft bei Kirchensanierung

Börninghausen (wm). Mit dieser Förderung kommt die Sanierung der St. Ulricus-Kirche ein großes Stück voran: Seit gestern ist sicher, dass sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) erneut an dem kostspieligen Projekt beteiligt.

Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann (r.) erläuterte den DSD-Vertretern v. l.  Inge Beinke, Joachim Beins und Hans-Jürgen Nepke den Sanierungsstand in St. Ulricus, bevor er den Fördervertrag unterschrieb (kleines Foto). Fotos: Wilfried Mattner

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter DSD-Ortskuratorin der Stiftung in Osnabrück, Inge Beinke, Joachim Beins und Heinz-Jürgen Nepke, überbrachten gestern gemeinsam mit Ortspfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann den Fördervertrag über 80 000 Euro. Die private Hilfsorganisation half bereits vor zwei Jahren bei der Sanierung einsturzgefährdeter Gewölbe mit 20 000 Euro. Nun soll die Restaurierung der Gewölbemalereien aus dem 15. und 17. Jahrhundert finanziert werden. 70 000 Euro gibt es von der DSD, weitere 10 000 Euro »spendiert« die KiBa, die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale. 1951 wurden im Chor der St. Ulricus-Kirche Gewölbemalereien entdeckt, die aus der Zeit um 1440 stammen. Freigelegt wurden Apostel- und Heiligenfiguren.

Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann bedaPfarrer Beckmann unterschreibt den Fördervertrag.nkte sich gestern Nachmittag beim Kuratorium der Stiftung »für die unwahrscheinlich hohe und großzügige Zuwendung, mit der ich nicht gerechnet habe«. Dass sich die Stiftung an der Kirchensanierung beteiligen würde, habe sie zwar unter Vorbehalt angekündigt. Allerdings sei die Höhe und endgültige Zusage bis jetzt offen geblieben. Auch der an der Sanierung beteiligte Architekt sei von der Förderungshöhe überrascht gewesen, habe dies aber als Zeichen dafür gewertet, »dass die Stiftung den geschichtlichen Wert der Kirche und die finanzielle Not bei der Sanierung erkannt hat«. Beckmann nannte die Förderungszusage »das allergrößte Geburtstagsgeschenk, das ich jemals bekommen habe«; der Seelsorger vollendet am Sonntag, 14. Januar, sein 60. Lebensjahr.

Mit dem Geld könne man bei der Innensanierung nun »richtig Gas geben«, um etwa in Jahresfrist die Kirche wieder als Gotteshaus nutzen zu können. Denn nun könne der nächste Bauabschnitt mit einem Gesamtvolumen von 269 000 Euro in Angriff genommen. Die Arbeiten umfassen den Einbau eines neuen Fußbodens, einer neuen Heizung sowie die Reinigung der Fresken.

Inge Beinke bat darum, dass die Stiftung zum Einweihungsgottesdienst nach Abschluss der Sanierung eingeladen wird, um das DSD-Motto zu unterstreichen »Vergangenheit hat Zukunft«.

Aktuelles Stichwort
Stiftung

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hilft bei der Sanierung bedrohter Denkmäler. Die St. Ulricus-Kirche ist eines von mehr als 190 Projekten, die derzeit allein in NRW gefördert werden. Aus privaten Spenden und Geldern der Lotterie Glücks-Spirale hat die private Stiftung bundesweit bislang mehr als 3 200 gefährdete Denkmäler mit mehr als 390 Millionen Euro unterstützt. Weitere Infos im Internet www.denkmalschutz.de