Presseartikel  

12. Januar 2007 - Wittlager Kreisblatt, Lokalausgabe der "Neue Osnabrücker Zeitung" Nr. 10/2007

"Das ist der größte Baustein"
Von Joern Spreen-Ledebur

Büscherheide / Börninghausen.
Es ist ein verspätetes Weihnachtsgeschenk - oder auch ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Dieses Geschenk hat auf jeden Fall für Freude in der evangelischen Kirchengemeinde Börninghausen vor den Toren des Wittlager Landes gesorgt.

 
Die Gemeinde mit Ortspfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann an der Spitze engagiert sich seit geraumer Zeit für die Sanierung der mittelalterlichen St.-Ulricus-Kirche, die seit vielen Jahren als ökumenisches Zentrum deutschlandweit einen Namen hat. Viel haben sie schon geschafft, können auf eine erfolgreiche Sanierung der ehedem einsturzgefährdeten gotischen Gewölbe und des Turmes verweisen.

Die Restaurierung des geschichtsträchtigen Gotteshauses kostet viel Geld. Und hier helfen jetzt die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale (KiBa) und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD). Die KiBa gibt 10000 Euro, die DSD 70000 Euro für die Restaurierung der aus dem 15. bis 17. Jahrhundert stammenden Gewölbemalereien in St. Ulricus. Einen entsprechenden Fördervertrag überreichten Inge Beinke (Osnabrück), Joachim Beins (Osnabrück) und Heinz-Jürgen Nepke (Bad Essen) vom Ortskuratorium in Osnabrück der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an Pfarrer Beckmann. "Das ist der größte Baustein", freute sich Beckmann während der Vertragsunterzeichnung im Börninghauser Albert-Schweitzer-Haus und dankte den Stiftungen ausdrücklich für deren große Hilfe.

Die teilweise aus dem 15. Jahrhundert stammenden Fresken, die unter anderem mehrere Apostel und den Kirchenpatron St. Ulrich darstellen, müssen Beckmann zufolge fachmännisch gereinigt werden. Nach Angaben der Denkmal-Experten sei der Zustand der Malereien noch gut und eine Aufarbeitung sehr sinnvoll. Bereits vor knapp zwei Jahren hatten die beiden Stiftungen die Arbeiten in St. Ulricus mit jeweils 20000 Euro unterstützt.

Die Börninghauser Kirche, zu deren Einzugsgebiet auch die niedersächsische Ortschaft Büscherheide zählt, ist nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eines von 190 Förderprojekten der Stiftung allein in Nordrhein-Westfalen. Für das Eggetaler Gotteshaus setzt sich neben dem Kirchbauverein immer wieder auch Ortspfarrer Beckmann ein - so wie jetzt: Anlässlich seines 60. Geburtstages hatte Beckmann um Spenden für die Kirche anstelle von Geschenken für seine Person gebeten.

Friedrich Wilhelm Beckmann hofft übrigens, dass die altehrwürdige Kirche bereits Ende dieses Jahres wieder für den Gottesdienst genutzt werden kann.

Wie bekannt die St.-Ulricus-Kirche ist, zeigte kürzlich der Besuch von Dr. Erwin Josef Ender. Ender ist katholischer Erzbischof und der Stellvertreter von Papst Benedikt XVI. in Deutschland. Dieser Besuch Benders war der erste Besuch eines katholischen Nuntius in einer evangelisch-lutherischen Gemeinde .