Presseartikel  

11. Dezember 2006 - Wittlager Kreisblatt, Lokalausgabe der "Neue Osnabrücker Zeitung" Nr. 289/2006

Viele ökumenische Impulse gegeben

Büscherheide / Börninghausen.
Der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender aus Berlin kommt am Donnerstag, 14. Dezember, nach Börninghausen und hält um 19.30 Uhr die Predigt in der 29. Ökumenischen Adventsandacht. Damit besucht erstmalig ein katholischer Nuntius eine evangelische Kirche und Gemeinde.

 
Der Nuntius ist ranghöchster Vatikan-Diplomat in der Bundesrepublik und Vertreter von Papst Benedikt XVI. in Deutschland. Seit über drei Jahrzehnten bemüht sich der Börninghauser Pfarrer Friedrich Wilhelm Beckmann mit seiner Gemeinde um geistliche Ökumene. Bisher waren mehr als zwanzig Bischöfe aus dem In- und Ausland in Börninghausen, wo Liturgie und Ökumene besonders gepflegt werden, zu Gast. Erstmalig kommt jetzt der Vertreter des Papstes. Sein Besuch ist entsprechend als offizielle Anerkennung der ökumenischen Impulse zu verstehen, die von Börninghausen ausgehen.

Erzbischof Ender wurde 1937 in Schlesien geboren. Nach philosophischen und theologischen Studien an der Universität in Münster und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom empfing er in Rom die Priesterweihe und promovierte danach in Rom mit einer theologischen Dissertation.

Im Jahr 1974 trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und wurde Leiter der deutschsprachigen Abteilung des Vatikanischen Staatssekretariates. 1990 wurde Ender zum Erzbischof geweiht und vertrat seitdem den Heiligen Stuhl an verschiedenen Stationen: in der Region des Roten Meeres, im Sudan, in Somalia, in Litauen, Estland und Lettland sowie in der Tschechischen Republik. 2003 wurde er zum Apostolischen Nuntius in Deutschland ernannt.

Im besonderen Heiligen Jahr zur Zeitenwende am 17. März 2000 ließ die Kirchengemeinde Börninghausen eine ökumenische Erlöser- und Friedensglocke gießen. Bei diesem Glockenguss war auch Nuntius Ender, der damals noch im Baltikum tätig war, anwesend und sprach das Segensgebet über dem flüssigen Metall in der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher im Münsterland.

Wegen der Renovierung der St.-Ulricus-Kirche muss die Andacht im Albert-Schweitzer-Haus im erweiterten Kirchsaal stattfinden, wird aber auch auf den Flur und nach draußen in ein Zelt am Albert-Schweitzer-Haus übertragen. Gegen Ende der Andacht ist ein feierlicher Zug der ganzen Gemeinde in die St.-Ulricus-Kirche geplant, wo der Nuntius noch eine Jubiläumskerze entzünden und den feierlichen Segen spenden wird. So können sich gleichzeitig alle Kirchenbesucher vom Fortgang der umfangreichen Renovierungsarbeiten überzeugen. Die Katechumenen und Konfirmanden werden Teelichter in die dunkle Kirche tragen. Die Wege um die Kirche sind von Fackeln erleuchtet.

Anschließend ist im und am Gemeindehaus eine adventliche Begegnung für alle mit einer Bewirtung vorgesehen. Dort ist auch Gelegenheit, persönlich mit dem Nuntius ins Gespräch zu kommen. Der Mindener Dompropst Roland Falkenhahn wird an dem Tag ebenfalls in Börninghausen sein.

Der Börninghauser Posaunenchorleiter Henrik Menzel wird mit den Vereinigten Posaunenchören Börninghausen / Oetinghausen / Sundern mitwirken. Ab 18.45 Uhr wird der Gottesdienst feierlich mit verschiedenen Teilgeläuten der fünf Bronzeglocken eingeläutet. Zwischen den einzelnen Teilgeläuten erklingt jeweils das Turmblasen des Posaunenchores mit Adventschorälen und alten Turmmusiken. Die vereinigten Posaunenchöre werden auch in der Kirche bei der Schlussfeier blasen und die Gemeinde bei adventlichen Chorälen begleiten.