Presseartikel  
21. Februar 2007 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 44/2007

Ausgrabungen abgeschlossen
Kirchbauverein will Weihnachten in St.-Ulricus-Kirche feiern
VON WALDEMAR FREITAG


Pr. Oldendorf - Börninghausen. Die Menschen im Eggetal engagieren sich seit Jahren für die Sanierung der mittelalterlichen Kirche St.-Ulricus. Darunter viele, die sich im Kirchbauverein zusammengeschlossen haben. Nun trafen sie sich zur Jahreshauptversammlung.

Ein Bild der Vergangenheit: Stefan Lenen fotografiert die bei den Ausgrabungen gefundenen Pfostenlöcher aus dem 15. Jahrhundert. Moritz Fehr (r.) assistiert ihm. Hinten ist Hans-Dieter Albers bei der Arbeit.

„Wir wollen Weihnachten in der Kirche feiern“, sagte Vorsitzender Uwe Ramsberg. Bis dahin soll die Renovierung abgeschlossen sein. „Dieses Jahr gilt es noch einmal, die Ärmel hochzukrempeln und selbst Hand anzulegen“, sagte Ramsberg. Aber auch im nächsten Jahr wartet noch viel Arbeit: Der Kirchhof müsse gestaltet und die Grabsteinplatten an der Nordseite müssten gesichert werden.

Als sich der Kirchenbauverein vor zwei Jahren gegründet hat, unterschrieben rund 90 Menschen eine Mitgliedserklärung. Heute engagieren sich 471 Mitglieder für die St.-Ulricus-Kirche. „Unser Ziel ist es, noch in diesem Jahr auf 500 Mitglieder zu kommen“, sagte Ramsberg.

Rund 10.000 Euro kommen jedes Jahr an Mitgliederbeiträgen in die Vereinskasse. Der Kassenbestand beläuft sich derzeit auf 31.000 Euro. Geld, das für die Renovierung der Kirche bereitliegt. Im vergangenen Jahr schüttete der Verein rund 14.000 Euro aus. Davon flossen 4.000 Euro in die Ausgrabungen, mit 10.000 Euro wurde die Turmsanierung bezuschusst.

Die Ausgrabungen sind Ende November abgeschlossen worden. Gespannt warten die Eggetaler auf die Auswertung. „Wir erhoffen uns daraus so wichtige Ergebnisse wie das Alter der frühesten Beerdigungen an einer Stelle, an der später einmal der Kirchturm gebaut worden ist, oder die Antwort auf die Frage, wie alt die Schicht über dem gewachsenen Boden ist“, sagte Ramsberg. Die Ausgrabungen – 2.500 Arbeitsstunden waren notwendig – seien mit Hilfe des Kirchbauvereins planmäßig verlaufen. Gefunden wurden unter anderem mehr als 70 Münzen aus verschiedenen Jahrhunderten. Aber es gab auch wichtige Erkenntnisse zu der Baufolge. „Heute wissen wir, dass es eine Kirche gab, bevor der Turm gebaut wurde. Wir haben auch gesehen und dokumentiert, dass vor dem Bau der ersten Kirche schon Siedlungsspuren im gewachsenen Boden nachzuweisen gewesen sind“, sagte Ramsberg.