Presseartikel  
25. April 2007 - Neue Westfälische, Lokalausgabe Lübbecke, Nr. 96/2007

Empore bleibt, wo sie ist
Diskussion um die Sanierung der St. Ulricus-Kirche geht weiter
VON HEINZ NEDDERHOF

Pr. Oldendorf. Der Hauptausschuss hat am Montag die Richtung vorgegeben, aber ob damit die Diskussionen um die Renovierung der St. Ulricus-Kirche in Börninghausen beendet sind, schein fraglich.   

Bei zwei Gegenstimmen der Freien Wählergemeinschaft (FWG) haben sich die Politiker dafür ausgesprochen, die bisherige Nordempore zu belassen und nicht zugunsten einer vergrößerten Westempore aufzugeben. Der Einbau der Emporen soll laut Beschluss in der bis 2005 bestehenden Form erfolgen. Auch eine denkmalrechtliche Erlaubnis zum Einbau einer schmalen Innentür in der Nordwestecke des Kirchenschiffes erteilte der Haupt- und Finanzausschuss nicht. Hier hatte das Westfälische Amt für Denkmalspflege, ebenso wie im Fall der Küstersakristei, im Vorfeld bereits Bedenken angemeldet.

Geteilte Ansichten: Während der Gemeindeversammlung im März, bei der Architekt Bernd Brüggemann (r.) die Planungen vorstellte, waren die Ausmaße der neuen Empore mit Planen und Gerüsten angedeutet.

Im übrigen wurde die Entscheidung über die großflächige Absenkung des Bodenniveaus im Außenbereich der Kirche vorläufig zurückgestellt. Bekanntlich vertritt das Börninghauser Presbyterium eine ganz andere Meinung (die NW berichtete mehrfach), die lediglich von der FWG-Fraktion geteilt wird.

Uwe Ramsberg (SPD) , der im übrigen den Architekten scharf kritisierte, sieht in den denkmalrechtlichen Erlaubnissen, die die Fachausschüsse bereits abgesegnet haben, genug Spielraum für die Gestaltung des Kirchenschiffes. Der Stadtheimatpfleger Dieter Besserer schlug sich auf die Seite der Denkmalschützer: "Hunderte von Jahren hat die Kirchengemeinde mit dieser Situation gut leben können. Das kann sie auch weiterhin. Der Denkmalschutz muss Vorrang haben." Ähnlich sieht es auch die CDU, die keine "Veranlassung sieht, den Beschluss zur Empore zu ändern", so Ernst-August Schrewe, denn "wir erwarten auch von jedem Privatmann, dass er sich an die Regeln des Denkmalschutzes hält."

Die FWG-Fraktion vertritt da offensichtlich eine andere Meinung: "Nach 300 Jahren wird man doch was verändern dürfen", merkte Horst Röscher an und verweis darauf, dass die Mehrheit der Kirchengemeinde Börninghausen hinter den Beschlüssen des Presbyteriums stehe.