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Die Glocken der St. Ulricus-Kirche
Bis 1994 hingen im Kirchturm drei Glocken. Die älteste und kleinste
Glocke aus dem Jahr 1772 trug die Inschrift: »Ich aber will zu Gott
rufen, und der Herr wird mir helfen« (Psalm 55, 17). Sie stammte,
wie aus einer Inschrift hervorgeht, aus der Kirchengemeinde Gehlenbeck.
Die mittlere und die große Glocke stammten aus dem Jahr 1927. Die
mittlere trägt als Inschrift: »Gott, gib ernsten frommen Sinn und
führ uns zum Himmel hin.« An der großen Glocke steht: »In
harter Zeit nach Krieges Morden bin ich aus Erz zu Stahl geworden. So
hart wie Stahl muss der Glaube werden, dann kommen bessere Zeiten auf
Erden.« Leider handelte es sich bei diesen beiden Glocken um sehr
minderwertige Stahlglocken, die nach Auskunft eines
Glockensachverständigen schrottreif waren. Die mittlere Glocke musste
deshalb bereits im März 1992 stillgelegt werden. Da auch die kleine
Bronzeglocke mit den beiden anderen Stahlglocken nie harmonierte,
wurde eine Erneuerung des Geläuts beschlossen.
Die beiden alten
Stahlglocken wurden draußen an der Kirche in Turmnähe aufgestellt. Die
kleine Bronzeglocke ist der Kirchengemeinde Gehlenbeck zurückgegeben
worden.

Am 12. November 1993
wurden bei der
Glockengießerei Rincker
in Sinn/Hessen fünf neue Glocken für die
St. Ulricus-Kirche gegossen. Die fünf Bronzeglocken tragen Inschriften
von fünf Personen der Geistes- und Kirchengeschichte, die im Jahr 1993
nach Geburts- und Todesjahr ein Jubiläum hatten.
Glockenguss 12.11.1993 Ankunft
22.08.1994 Glockenweihe 28.08.1994 Aufhängung 06.09.1994
Erstes Geläut 11.09.1994
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Läuteordnung der Kirchengemeinde Börninghausen
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Nummer Schlagton Durchmesser Gewicht |
Name der Glocke |
Inschrift, Funktion und Aufgabe der
Glocke |
Inschrift von |
I g 1 108 cm
820 kg |
Herren- Glocke |
Der Mensch
steht in der Mitte der Schöpfung, zwischen Stoff und Geist,
zwischen Zeit und Ewigkeit. Die vornehmste Kraft des Menschen
ist die Vernunft. Das höchste Ziel der Vernunft ist die
Erkenntnis Gottes. Grundlage des Geläuts an Sonn- und
Feiertagen; läutet außerdem freitags 15:00 Uhr zur Sterbestunde des
Herrn und sonntags 8:00 Uhr zur Auferstehung des Herrn. |
Albertus
Magnus * 1193 (800 Jahre) |
II o 1
98 cm 639 kg |
Ewigkeits- Glocke |
Nicht
mein System, sondern Gottes Ordnung. Glocke läutet zum Stundenschlag;
außerdem bei einem Sterbefall und zur Beerdigung. |
Nikolaus
Kopernikus † 1543 (450 Jahre) |
III b 1 92 cm
524 kg |
Sakraments- Glocke |
Gott hat
den Menschen erschaffen, um alle Geheimnisse zu offenbaren,
auf dass sichtbar werde, was unsichtbar ist. Die Glocke
läutet zu den Sakramenten am Taufbrunnen, bei jeder Abendmahlsfeier
zu den Einsetzungsworten des Altarsakraments und
donnerstags 21:00 Uhr zur Einsetzung des Hl. Abendmahls und
zur Todesangst Christi. |
Paracelsus
* 1493 (500 Jahre) |
IV c 2
84 cm 410 kg |
Gebets- Glocke |
Ein
gutes Gebet kann für den inneren Menschen das sein, was Brot
für den Hungernden oder Arznei für den Kranken oder eine
Blume für den im grauen Alltag Vertrocknenden ist.
Glocke läutet zum Viertelstundenschlag; sie ruft dreimal
täglich zum Gebet. |
Romano
Guardini † 1968 (25 Jahre) |
V d 2
76 cm 314 kg |
Lob- und
Dank- Glocke |
Das
große göttliche Gebot der Stunde: die Einheit der Christen als
Gottes Wille. Klangglocke. Die Glocke läutet zur Geburt
eines Kindes. |
Augustin
Bea † 1968 (25 Jahre) |
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Weitere Glocken im
Eggetal
Am 17. März 2000 wurde in der Glocken- und Kunstgießerei
Petit & Gebr.
Edelbrock in Gescher die ökumenische Erlöser- und Friedensglocke
gegossen. Sie trägt als Inschrift "Jesus Christus, unser Erlöser,
schenke Kirche und Welt Einheit und Frieden und allen unseren Toten
das ewige Leben."
Diese Glocke wurde am 2. Juli 2002 geweiht und läutet seitdem in einem
separaten Turm in der Nähe der Friedhofskapelle in Börninghausen. Die
Glocke läutet an jedem Mittwochabend um 18:00 Uhr als Erinnerung an
den Aschermittwoch. Der Aschermittwoch erinnert den Menschen an seine
Vergänglichkeit. Wir haben nur eine begrenzte Zeit auf dieser Erde,
auch begrenzte Zeit, uns Gott zuzuwenden und schließlich
auch nur begrenzte Zeit, uns in der Kirche und der Welt für Einheit und Frieden
einzusetzen. Am Samstag um 19:00 Uhr läutet diese Glocke den Sonntag
ein und am Sonntagmorgen um 9:30 Uhr läutet sie zusammen mit den
Kirchenglocken als Einladung zum Gottesdienst in der St.
Ulricus-Kirche. Ansonsten ist diese Glocke eine »Totenglocke«, die vor
jedem Gottesdienst in der Friedhofskapelle läutet und auch auf dem Weg
zum Grab.
Die 7. Glocke der Kirchengemeinde Börninghausen ist eine
kleine Feldglocke aus dem Jahr 1840 und läutet in einem reetgedeckten Turm
im Ortsteil Eininghausen. Leider enthält diese Bronzeglocke keinerlei Inschrift,
was für die damalige Zeit wohl kein Einzelfall ist. Diese Glocke wird
per Hand geläutet. Im Wesentlichen handelt es sich um eine
»Totenglocke« für die Ortsteile Eininghausen und Harlinghausen sowie
die niedersächsischen Gemeindeteile Büscherheide und Markendorf.
Gleich nach Bekanntwerden des Sterbefalls wird diese Glocke "gekleppt",
es wird also ein sog. Halbzugsläuten durchgeführt. Am Vortag der
Beerdigung wird um 12:00 Uhr für eine Viertelstunde für den Toten bzw.
für die Tote geläutet. Außerdem wird die Eininghauser Glocke am 1.
Feiertag der drei hohen Feste Weihnachten, Ostern und Pfingsten
jeweils um 9:00 Uhr geläutet, sowie auch zum Jahreswechsel.
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